2016/09/18-24 Sonntag – Samstag Brest – La Coruna – Muxia – Muros (449sm; ges.: 1344sm)

Unser Partnerboot SY „PAULA“ hat Brest nicht wie geplant erreicht, ihren Crewchange in Cherbourg durchgeführt und will direkt nach Spanien durchsegeln.

So waren wir ungebunden – endlich geht es wieder weiter!

Die Windverhältnisse sollten laut Wetterbericht für die nächsten Tage günstig sein.

Noch dunkel und relativ kalt (11*C) ging es 2 1/2 Std. nach SpringHW und somit bis 11kn Fahrt über Grund in die Biskaya. Schon mal ein guter Anfang für die 350sm lange Strecke. Doch der Winddruck in den Segeln war so gering, dass die lange ca.  2m hohe Dünung die Segel hin und her schlugen, also Materialschonung und Segel runter. Die Maschine brummelte – das war nicht so geplant. Jede Chance wurde genutzt, die Segel zu setzen, leider aber immer nur von geringer Dauer. Diverse an Oberdeck gefundene Schrauben von der Spibaumschiene lassen auf ein neues Arbeitsgebiet schließen.

Begeisternde Abwechslung brachten die immer wieder auftauchenden und um unser Boot herumspielenden Delfinschwärme, aber auch die uns anfliegenden Seevögel. Verändernde Erscheinungen an der Wasseroberfläche waren oft Fischschwärme sowie der für uns unbekannte Mondfisch.

So blieb genug Zeit zum Angeln. Lutz Erfahrung kam voll zum Einsatz, aber außer dem zweifachen Verlust des Angelgeschirr brachte uns dies nichts ein.

Nach ca. 50 Std. auf See kamen die Küstenlinie bei La Coruna in Sicht. Und prompt stellte mal wieder der Autopilot seine Dienste ein.

Der Abend wurde in der belebten Altstadt von La Coruna verbracht.

Der folgende Tag, Mittwoch  war ein Hafentage, der mit Nebelhörner und Sicht von  weniger als 200 m uns begrüßte. Er war geprägt durch Instandsetzungen. Da keine Werft die Spi-Mastschiene kurzfristig befestigen konnte, wurden kurzerhand Zange und Nieten gekauft und selbst verarbeitet. Auch das Autopilot-Problem konnte erst mal kurzfristig bearbeitet werden.

Donnerstag ging es weiter gen Westen in den Hafen Muxia, etwas nördlich von Cape Finisterre, dem „Ende der Welt“, der ein eigentlich zum verweilen einlud. Aber noch war passender Wind angesagt, der uns nun weiter nach Süden bis nach Muros führte.

Hier haben wir einen Hafentag eingeplant, nicht weil wir Pause brauchten, sondern uns der Wetterbericht stürmischen Südwind mit kräftigen Regenschauern voraussagte.

Nicht nur wettermässig war diese Entscheidung richtig, auch der Ort hatte viel zu bieten – tolle Altstadt, gute Restaurants, freundliche Leute, viel Natur und endlich den erwarteten Fisch an Bord.

Manchmal verhilft der Zufall zu solchen Glücksgriffen.

Block Brest – Muros

Der Windpilot steuert zuverlässig.31

Lutz an unserer Angelvorrichtung. Noch hat er Hoffnung.32

Die Küstenlinie von Spanien ist erreicht.33.jpeg

Die Crew lässt es sich in Muxia gut gehen.34.jpeg

Kirche und Leuchtturm von Muxia.35

Alte Vorratsspeicher,  teilweise noch in der Nutzung.36.jpeg

2016/09/07 Mittwoch Eastbourne – Weymouth (63sm)

Wir hatten Zeit! Erst gegen 14:00 hatten wir die Möglichkeit die Barre mit genügend Wasser unterm Kiel auslaufend zu passieren.
So unternahmen wir einen langen Spaziergang, da wir unser Fahrwasser mal im Trockenen sehen und die Füsse vertreten wollten. Wir folgten dem Küstenverlauf so lange es möglich war. Dort führte ein glitschigen Fußweg die Steilküste hinauf, durch einen dichten urwaldähnlichen Wald auf die Höhe mit einem guten Überblick über unsere Liegeplatzbucht.
Zurück an Bord mit neusten Wetternachrichten erforderte diese eine Umplanung. Eine länger zu erwartende Westlage ab Donnerstag macht es sinnvoll, heute nicht nach Yarmouth zu laufen, sonder weiter nach Westen.
Schwacher Ostwind war nicht sehr hilfreich, aber später drehte er auf Südost, also gut segelbar. Die Nordwestenge aus dem Solent wurde noch unter Maschine mit geringer Motordrehzahl von 2000rpm gefahren, trotzdem machten wir fährt über Grund von 10 bis 11kn!
Also hat die Planung mit der Strömung mal wieder gepasst. So hatten wir auch noch bis ca. 15 sm vor Weymouth den Strom mit uns.
Kurz vor Mitternacht könnten wir dann unser Einlaufbier genießen.

2016/09/06 Dienstag Eastbourne – Bembridge (63sm)

Heute wieder frühes Auslaufen.

Wir haben wieder uns an die Planung der „RESOLOUTE“ angelehnt, die nach Plymouth will. 

Der erhoffte schwache Wind blieb aus, also wieder die Hilfe der Maschine in Anspruch genommen. Die hohen Kreidefelsen weichen so langsam zurück und verschwinden im Nebel. Wenigstens auf die Strömung ist Verlass. Mit gering mitlaufender Maschine machten wir doch 7,5kn über Grund. Der Nebel lies auch die neue Windparkbaustelle gespenstisch wirken. Dank Radar, AIS und Radarenhancer fühlten wir uns trotz des unsichtigen britischen Wetter sicher.

Wichtig war, dass wir die Barre in der Zufahrt bei Hochwasser einlaufend passieren, denn das sichere Zeitfenster war nur +1h vor bis -1h nach Hochwasser.

Nach passieren der Barre und des gewundenen Fahrwassers öffnete sich der Blick auf eine Bucht mit vielen Ankerliegern, einem langen Steg und am Ende der Bucht ein Jachthafen, der aber nicht für Gastlieger gesperrt war.

Doch vor Anker gehen? Wir entschieden uns für den Steg, eine gute Entscheidung! Denn wenige Stunden später hatten wir noch 0,2m unterm Kiel und die Ankerlieger waren auf Grund – alles Twin- oder Hubkieler.

Nun waren wir gefangen in einem Naturschutzgebiet, das wir bis zur Nacht hin durchstreiften, natürlich mit einem abschließenden Besuch des Yachtclubs.

2016/09/05 Montag Dover -Eastbourne (72sm)

Heute mal wieder früh aufstehen, nicht gewollt sondern gemusst,

Wir haben uns an der Planung der SY „RESOLUTE“ angelehnt.

Nach Tanken um 06:00 ging es raus. Hart am Wind mit 30* ab vom Grundkurs ging es bis kurz vor das VTG, dann schlief der Wind ein.

„RESOLUTE“ und “ MILAN“ gingen unter Maschine auf Südkurs. 

30 min später kam der Wind mit dem erhofften Winddreher wieder.

Von der „RESOLUTE“ kam:“Let’s have a Race“. Motor aus, Wäsche hoch und los ging es. Ziel Ansteuerungstonne Eastbourne in ca. 65sm. Lange waren wir gleich auf. Voraus noch 40sm verloren wir uns bei dichtem Nebel aus den Augen. Jetzt wurde erstmal 70m Angelleine gesteckt, dann folgte der Test der Windpilotanlage. Die Windpilotanlage hat gut gesteuert, unsere Angel wurde von den Fischen erfolgreich ignoriert. Erst kurz vor vor Eastbourne lichtete sich der Nebel, die „RESOLUTE “ lag nur knapp achteraus.

Gemeinsam schleusten wir dann in den Hafen ein und haben mit der Crew „RESOLUTE“ das Einlaufbier genossen.

Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit hatten wir kaum Gelegenheit gehabt, das beeindruckende moderne Eastbourne zu betrachten.

Der Liegeplatzpreis mit £ 46 war auch übrigens auch beeindruckend.

2016/09/03-04 Samstag – Sonntag Dover – Hafentage (0sm)

Samstag war geprägt von Beseitigung der Handy-Probleme, die Lutz hatte, Wäsche waschen, relaxen und Unterstützung der SY „RESOLUTE“ bei deren technischen Problemen. Fehler wurde gefunden, konnte jedoch nicht beseitigt werden, da das Ersatzteil nicht zu erhalten war.

Abends waren wir auf die “ MILA“ eingeladen.

Sonntagmorgen ging es erstmal in die Stadt und anschließend begann dann der anstrengende Aufstieg zum „Castle Dover“ über einen Fußweg, der es in sich hatte. Aber Oben angekommen, wurde man durch eine tolle Sicht und natürlich durch den Besuch eine gut renovierten Festung (Eintritt £ 18,50) entlohnt. Viele Stunden sind wir durch die monumentale Festung gestreift und haben diverse Ausstellungen/Vorführungen besuchen können, die und die englische Geschichte näher brachten.image-4

2016/09/02 Freitag In See – Dover (15sm)

Das Anlaufen von Dover bei Nacht erfordert schon gute Augen und ein richtiges einsortieren des Schiffsverkehrs mit Lage und Geschwindigkeit. Die Fähren rauschen mit bis zu 22kn mit geringem Abstand an uns vorbei, wobei die MILAN mit ihren 6,5kn Fahrt durchs Wasser, aber nur 2,5 – 3,0kn Fahrt über Grund wohl fast ein feststehender Kontakt ist.

Über Funk mussten wir uns bereits 3sm vor dem Hafen beim Dover Port gemeldet und dann noch mal 1 Kabel vor der Einfahrt, ehe wir die Einlaufgenehmigung erhielten. Auch die Marina war über Funk zu erreichen und teilte umgehend einen Liegeplatz zu.

Nach dem Ausschlafen und einem kräftigen Frühstück wurden die Uhren auf „A“-Zeit („Z“-Zeit + 1h) umgestellt. Die MILAN wurde von innen und außen gereinigt und die Hydraulikpumpe für den Autopiloten ausgebaut, gereinigt (viel Staub der Kollektorkohlen entfernt) und wieder eingebaut. Der Probelauf verlief erfolgreich.

Nach einem üppigen Abendbrot erfolgte der Aufbruch in die Stadt, um in einem gemütlichen Pub noch ein Bierchen zu geniessen.

Gelandet sind wir in einer Karaoke-Bar mit einem Durchschnittsalter wohl deutlich jenseits der 70 und spitzen Stimmung. Für viele der Stammgäste schien ihr Pub wohl ein Wohnzimmerersatz zu sein.

Zurück an Bord mussten wir feststellen, dass noch eine weitere deutsche Yacht, die MILA aus Berlin, eine Dufour 35 eingelaufen war. Mit Theresa und Lukas haben wir dann noch einige Zeit auf der MILAN zusammen gesessen.

2016/09/01 Donnerstag In See ( 152sm)

Da der Autopilot nicht funktionierte, stand Lutz jetzt am Ruder. Er hatte die tolle Aufgabe, vor Rotterdam – auch Europort genannt – den Verkehr einzuschätzen und entsprechend zu reagieren. Von allem war was dabei, Windradparks, Gas- und Ölförderplattformen, Ankerlieger und natürlich der normale Schiffsverkehr.

Gegen 06:00 waren wir dann endlich durch und es wurde ruhiger. 

Gegen 10:00 kam ein Segler in Sicht. Bewusst drehte ich weiter nach Süden um mehr Distanz zu ihm zu bekommen, doch der Entgegenkommer drehte weiter und hielt direkt auf uns zu – also schauen wir mal, was er will. Als er in Rufweite war, kam die Frage:“ Habt ihr Diesel für uns?“ Leider musste ich den Niederländer ohne Diesel von uns weiter ziehen lassen, da wir an unseren Diesel im Haupttank nicht so einfach dran kommen.

Sorgen bereitete mir, dass die Lichtmaschine die Batterien anscheinend nicht lud und Solarzelle sowie Windrad nicht genug einspeisten. So war an eine Atlantiküberquerung nicht zu denken! Es folgte eine  Fehlersuche: ein Sicherungsautomat hatte ausgelöst, jedoch war der Auslösehebel nicht in Stellung „offen“ gesprungen. Fehler gefunden – gutes Gefühl!

Also auf zu neuen Taten. Zur Fehlersuche Autopilot wurde in die Zuleitung ein Messgerät geklemmt. Ergebnis, Pumpe wurde angesteuert, jedoch Pumpe lief nicht. Entsprechend liegt der Fehler im Pumpenbereich, eine Hafenaufgabe.

Und immer neues. Plötzlich ( und unerwartet) ging die Drehzahl des Motors in die Knie und dann der Dieselmotor aus, glücklicherweise auf freier See! Das deutet auf Kraftstoffproblem hin. Nach Kraftstoffvorfilterwechsel lief alles wieder. Da das Kraftstoffsystem komplett im Winter gereinigt wurde und mit sauberen Diesel aus Fleckeby befüllt wurde, kann die Verunreinigung eigentlich nur in Helgoland in unseren Tank gekommen sein.

Gut, wenn man Ersatzfilter an Bord hat.

2016/08/31 Mittwoch In See (148sm)

Im Küstenverkehrsgebiet geht es gen Westen an den Ost- und Westfriesischen Inseln entlang, Windradparks, Fischer, Segler, Seehunde und Tümmler beleben diese Strecke zusätzlich. 

Da wir uns für Strecke machen entschieden haben, würde „Dänisch“ gesegelt, d.h. zu den Segeln wurde die Maschine schwach mitlaufen gelassen. Doch um 19:00 verließ uns der Wind gänzlich, so dass die 

Segel eingenommen wurden. 

Mal wieder wurde der Autopilot eingesetzt, aber leider nur für ca. 30 min, dann fiel er wieder aus. Dieser Ausfall wurde jedoch genutzt, die Fehlerquelle einzuschränken – verm. im Bereich Hydraulikpumpe.

Zum Abendessen wurde der Grill auf gebaut und bei bestem Motorwetter musste ein Teil des Grillfleisches dran glauben. 

Langsam ging es in Nacht, Höhe Den Heldern war es dann richtig dunkele Neumondnacht.

Andres am Ruder war begeistert von den vielen Windradfeldern und Gasförderplattformen, die diverse Änderungen des geplanten Kartenkurs erforderten.