15.04.17, 15:59:55: Tietzsch Andreas: 2017/04/01 – 2017/04/15 Samstag – Samstag BVI’s – Bermudas ( 857sm / ges. 8172sm)

 

Am frühen Morgen haben wir noch Ulrike und Hermann mit dem Schlauchboot zum Flughafen gebracht, nun waren Dennis und ich allein an Bord. Was hielt uns noch auf den BVI’s? Also auf zu neuen Horizonten! Der Anker wurde gelichtet und ein mäßiger Wind lies uns mit 3-4kn nach Norden gleiten. Nur langsam wurden die BVI’s in unserem Kielwasser kleiner. Aber nach dem langen „Lotterleben“ war das ein angenehmer Anfang für eine Langstrecke – besser als schwere See oder sogar Sturm. Doch bereits am nächsten Tag schlief der Wind ein. Die Sonne drückte, der Motor brummelte. Bei 5000m Wassertiefe war ein erfrischendes Bad eine Wohltat. Es ging zwar nach Norden, aber glücklich darüber waren wir nicht. Am Abend gab es noch eine Seebestattung … Friedolin, unser zugeflogener Bordvogel hatte das zeitliche gesegnet.

Am Montagmorgen kam dann endlich wieder Wind. Mal lief es zu unserer Zufriedenheit flott – teilweise 7-8kn, dann waren es mal wieder nur 3-4kn oder sogar weniger.

Es folgte am Samstag ein schwachwind Tag und dazu noch Wind auf die Nase – wir haben uns entschieden, den Motor zu nutzen. Noch 170sm bis zu den Bermudas. Immer wieder wurde zwischen Motoren oder Segeln/Treiben abgewogen. Aber auf Grundlage der Erfahrungen von vor zwei Jahren, wo wir 30sm vor den schützenden Bermudas plötzlich mit 65kn Wind (11-12 Bft.) zu kämpfen hatten, blieben wir beim Motoren. Lange schon vor den Bermudas wurden wir durch Bermuda Harbour Radio über Funk begleitet und später zum Ankerplatz geführt, wo gegen 04:00 vor St. Georg’s der Anker fiel. Stunden später erhielten wir vom Custom/Imigration einen großen „Anschiss“, weil wir es gewagt haben vor dem einklarieren zu Ankern?!? Es folgte Bootsversorgung mit Kraftstoff (US$ 1,77 pro Liter) sowie Wasser. Anschließend ging es auf einen Ankerplatz. Bis zum Auslaufen wollten wir das Boot nicht mehr bewegen. Wartungsarbeiten wurden durchgeführt, aber auch ein kleiner Landgang im Bereich St. Georges stand an. Dabei haben wir auch den hiesigen Vertreter für unseren Verein „Trans Ocean“ besucht, der hier das Restaurant „Wahoo“ führt. Mittwoch war geprägt durch Verpflegungseinkäufe (Preise in orbitantischer Höhe – z. B. ein Apfel US$ 1,59, Sixpack Bier US$ 13,00) und abends wurde Fußball „Dortmund gegen Madrid“ gesehen. Donnerstag ging es auf nach Hamilton. Ich glaube, alles Wichtige haben wir dort besucht bzw. gesehen. Aber so richtig beeindruckt waren wir nicht. Am Karfreitag konnten wir einen Gottesdienst der anderen Art miterleben. Der Leidensweg Jesu Christi bis zu seiner Kreuzigung wurde im Freien als Schauspiel unter großer Teilnahme aufgeführt. Anschließend könnten wir noch einer Taufe (Ganzkörper) im Meer beiwohnen. Traditionell fand anschließend im ganzen Land Drachensteigen statt.

Zum Sundowner hatten wir dann noch die Crews von zwei deutschen Schiffen an Bord. Und schon war wieder Samstag und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen, um unsere Crewverstärkung André und Steffen in Empfang zu nehmen.

 

2017/03/18 – 2017/04/02 Samstag – Samstag BVI’s – Rundreise (Beef Island – Tortola – Norman Island – Peter Island – Cooper Island – Virgin Island – Anegada – Guana- Sandy Cay – Jost van Dyke) ( 127sm / ges. 7315sm)

2017/03/18 – 2017/04/02 Samstag – Samstag BVI’s – Rundreise (Beef Island – Tortola – Norman Island – Peter Island – Cooper Island – Virgin Island – Anegada – Guana- Sandy Cay – Jost van Dyke) ( 127sm / ges. 7315sm) Ulrike und Hermann kamen spät am Samstag eingeflogen. Mit dem Schlauchboot wurden sie zügig von Flughafen abgeholt. Den Sonntag gingen wir zur Akklimatisierung ruhig an. Zuerst wurden alles (Strand, Supermarkt, Kunstgeschäfte und Bars) um die Trellis Bay begutachtet, dann gingen wir bei Road Town vor Anker – es folgte ein Stadtrundgang und eine Bergwanderung. Montag wurde das Boot ausgestattet und weiter ging es zur Norman Island zum Ankern, Baden und Schnorcheln. An diesen Spot wurden am Dienstag noch erst die Höhlen abgeschnorchelt, bevor es gegen den Wind nach Peter Island in der Deadman Bay gint, wo wir erneut ankerten. Dies ist eine schöne Privatinsel, die zum Strandaufenthalt und längeren Spaziergängen lockte. Höhepunkt war hier nicht nur die Aussicht, sondern auch der größere Leguan, welcher unseren Weg kreuzte.

Mittwoch noch immer auf der Kreuz wurde die Manchionee Bay von Cooper Island angesteuert, die für ihre Schildkröten bekannt ist und die uns schon beim Anlaufen begrüßten. Zeitnah ging es zu den markanten runden Felsen „The Baths“ von Virgin Gorda zum Schnorcheln, Baden und Strandspaziergang weiter. Hohe, kräftig auflaufende Welle machte das Anlanden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Meer spuckte einen förmlich aus und die nächste Welle füllte alle Bekleidung mit einer Menge Sand. Auch das ins Wassergehen erforderte das Abwarten der richtigen Welle! Da das Übernachten in einem Marinepark nicht gestattet ist, verlegten wir noch ein Stück nach Norden und gingen vor Spanish Town vor Anker. Der große Name der Ortschaft spiegelt nicht das gesehene. So verlegten wir nur ein paar Meilen Nordwärts und ließen mal die Seele dort vor Anker baumeln. Diesen Stopp nutzen wir auch als Chance das Unterwasserschiff von dem Bewuchs zu befreien. Die nächsten Tage war viel Regen vorausgesagt, trotzdem blieben wir bei unserer Planung und segelten nach Anegada. Und es schüttete aus Eimern! So wurde spontan ein Spieleabend angesetzt. Egal was kommt, der nächste Tag gehörte der Inselerkundung. Es war die richtige Entscheidung… Big Bamboo an der Nordostküste wurde unser Ort. Für jemanden, der Ruhe und Entspannung sucht, ist dies der rechte Platz. Weiterhin mit einer untypischen Wetterlage ging es auf der Kreuz nach Süden. Wir segelten in den Gorda Sound und gingen dort in einer ruhigen geschützten Bucht vor Anker. Natürlich muss man auch am Saba Rock vorbeischauen. So segelten wir den gesamten Sound ab, ehe es wieder hart am Wind nach Westen zum Marinepark der Privatinsel Guana ging. Wieder mal war „Abdampfen“, Baden und Schnorcheln angesagt.

Unser heutiges Ziel war Cane Garden Bay an der Westküste um in der Happy Hour mit „Painkiller“ den Abend zu verschönen. Auf dem Weg nach Jost van Dyke legten wir noch einen Stopp auf der Marinepark Insel Sandy Cay ein. Hier findet man noch Natur pur – m.E. ein muss, das man von den BVI’s gesehen haben sollte. Dann hörten wir auch schon die Rufe – „MILAN, komm zur Soggy Dollar Bar“. Eine Stunde später fiel in der White Bay vor Jost van Dyke für die nächsten zwei Tage der Anker. Die wichtigen Orte/Bars wurden im wahrsten Sinne des Wortes zum Unverständnis der Ortsansässigen abgelaufen. Sie hätten lieber gesehen, dass wir ihr Taxis nutzen. Allerdings haben wir so viel mehr von der Insel wahrnehmen können. Weiterhin liefen die Vorbereitungen für die beiden Schläge Bermudas und Azoren auf Hochtouren. Ölwechsel, Riggcheck und Unterwasserschiffreinigung wurden von Dennis und mir durchgeführt. Ebenfalls wurden die Einkaufslisten vorbereitet. Donnerstag nach Erreichen von Road Town wurde dann die Versorgung durchgeführt. Das hieß schweißtreibende Arbeit – ca. 300kg Verpflegung einkaufen, zum Boot bringen und verstauen. Das Fehlende wurde dann am Freitag beschafft. Zum Mittag war dann auch unsere Gasflasche gefüllt wieder angeliefert worden, so dass wir nach dem obligatorischen Amtsgang Ausklarieren wieder in die Trellis Bay laufen konnten. Hier brachten wir (Dennis und ich) Samstag früh Ulrike und Hermann zum Flughafen. Noch mal bei der Gelegenheit ins Internet, um aktuelle Wetterinfo zu erhalten und diesen Bericht zu versenden, dann soll es nun zu den Bermudas losgehen.