(504sm / ges. 12497sm) Zeebrügge/B – Amsterdam/NL – Harlingen/NL – Helgoland – Kiel – Kosel

2017/06/15 – 2017/06/26 Donnerstag – Montag

Zeebrügge/B – Amsterdam/NL – Harlingen/NL – Helgoland – Kiel – Kosel  (504sm / ges. 12497sm)

Der Crewwechsel erfolgte am Mittwoch, Heike und Alexander waren ausgestiegen, Jörg und Stefan kamen an Bord.

Der Donnerstag war für Brügge eingeplant. Sonniges Wetter ließ die Altstadt im rechten Licht erscheinen. Erst zu Fuß, dann mit einem Kanalboot ließen wir die herrlichen Bauwerke an uns vorbei streifen. In der Hitze lockte im Anschluss ein Biergarten zum Verweilen. Nachdem wir dann auch noch die traditionellen Pommes Frites zu uns genommen hatten, fuhren wir zurück nach Zeebrügge zum Boot.

Um 04:00 morgens ging es dann wieder mit erweiterter Crew – Kristin, Dennis Freundin war auch eingestiegen – auf See. Schwacher Wind und geringer Strom unterstützten uns zunächst auf unserem Weg Richtung Amsterdam, wo wir mit einem Feuerwerk begrüßt wurden. Der ideal gelegene Sixhafen war gut für unsere Stadtausflüge, für die wir uns Fahrräder liehen. Am Sonntagmorgen dann machte sich Kristin mit dem Zug auf den Weg nach Hause und wir durchquerten das Ijsselmeer, vorbei an Marken sowie Enkhuizen und gingen in der Nähe vom Makkum beim Abschlussdeich vor Anker. Am nächsten Morgen schleusten wir bei Hochwasser aus und ließen uns mit dem ablaufenden Wasser nach Harlingen ziehen, wo wir in dem kleinen Jachthafen HWSV festgemacht haben. Schönes Wetter ließ uns faulenzen und mit unserem Schlauchboot die Kanäle durchstreifen.

Am Dienstagmorgen mit ablaufendem Wasser ging es mit schneller Fahrt wieder hinaus auf die Nordsee. Wie erwartet waren dort Strömung und Wind aus Ost mit 6Bft. nicht die große Hilfe. So schoben wir uns teilweise mit Maschinenkraft nach Osten. Nachts begleiteten uns an unserer Steuerbordseite viele rote Blinklichter. Tags sieht man dort einen Wald von Windkraftwerken. Die Schönheit unserer ostfriesischen Küste ist verloren gegangen.

Bei schwachem Wind liefen wir am Mittwochnachmittag in Helgoland ein. Erst natürlich volltanken, dann ging es an Land zum Inselrundgang – nach fast 10 Monaten mal wieder deutschen Boden unter den Füßen. Nach Norden schauend, sieht man jetzt ein riesiges Feld von Windrädern. Sogar von unserer Hochseeinsel Helgoland hat man keinen ungestörten freien Blick auf Meer! Mit einem zünftigen Eiergrog beendeten wir unseren ersten Helgolandtag.

Die nächsten zwei Tage waren ausgefüllt durch Bunkerführung mit guter Führung, um viel über die Geschichte der Insel zu erfahren, Inselmuseumsbesuch, Fahrt zur Düne sowie Besuch von Tanja und Christian, unsere ehemaligen Kröger aus Kosel, die jetzt hier leben.

Samstag um 01:00 ging es wieder auf See in Richtung Eider. Kurz vor Hochwasser hatte ich geplant, eine Barre zu passieren. Beim erneuten Berechnen mit einer anderen Informationsquelle musste wir feststellen, dass ich auf ganz andere HW-Zeiten kam. Da unser Tiefenmesser seit der Atlantiküberquerung defekt war und wir kein Risiko eingehen wollten, holte wir uns weitere Informationen vom Eiderstauwerkpersonal. Mein Misstrauen war berechtigt. Wir waren zwei Stunden zu früh und ließen für die Wartezeit noch mal den Anker fallen. Doch bei 6Bft., auflandigem Wind mit 2m Welle auf 5m Wassertiefe, lag man mit 60m Kette sehr unruhig. Nach Passieren der Barre ging es zügig die Eider aufwärts. Alle Brücken waren bereits für unsere Passage geöffnet, so dass wir nicht einmal auf stoppen mussten. Doch bei der Schleuse Nordfeld sah es anders aus. Durch den Starkwind war der Wasserstand zu hoch, die Schleuse konnte nicht geöffnet werden. Nach 1,5 Stunden Wartezeit erfolgte dann das Einschleusen in die kanalisierte Eider. Hier kam Kristin mit diversen Kisten und Kästen wieder an Bord. Sorge bereitete uns die Autobrücke in Pahlen, die wir nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Doch bei einem kurzen Telefonat erklärte sich der Brückenwarter bereit, für uns die Bücke auch noch eine Stunde nach Dienstschluss zu öffnen. So konnten wir weiter bis zur Schleuse Lexfähre fahren und dort im Nebenarm einen gemütlichen Abend vor Anker genießen. Am Sonntag ging es weiter in den NOK Richtung Kiel. Nach stundenlangem Warten vor der Schleuse Holtenau konnten wir endlich in der Kieler Förde noch mal die Kiellinie absegeln. Abends führen wir mit unseren Willkommensgästen zum Abschlussfeuerwerk der Kieler Woche wieder hinaus auf die Förde.

Anders als geplant, ging es gegen Mitternacht, nachdem wir unsere Gäste wieder an Land gebracht hatten, gleich weiter in die Schlei, wo um 04:00 der Anker fiel. Der Grund dafür war die Lindaunis-Brücke, welche aus technischen Gründen nur (wenn überhaupt) zweimal pro Tag öffnen sollte.

Am Montag um 12:45 passierten wir die Lindaunis-Brücke und erreichten unseren Heimathafen gegen 14:30, wo wir bereits von einigen Freunden erwartet wurden. Der Abend klang dann bei einem gemütlichen Zusammensein im WSF-Hafen aus.

 

Hier noch mal an alle besten Dank, die diesen Segeltörn aktiv und passiv begleitet haben. Vieles lief auch im Hintergrund, hielt mir den Rücken frei oder versorgte mich unterwegs mit hilfreichem Material, so dass alles rund und termingerecht ablaufen konnte.

 

 

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