(504sm / ges. 12497sm) Zeebrügge/B – Amsterdam/NL – Harlingen/NL – Helgoland – Kiel – Kosel

2017/06/15 – 2017/06/26 Donnerstag – Montag

Zeebrügge/B – Amsterdam/NL – Harlingen/NL – Helgoland – Kiel – Kosel  (504sm / ges. 12497sm)

Der Crewwechsel erfolgte am Mittwoch, Heike und Alexander waren ausgestiegen, Jörg und Stefan kamen an Bord.

Der Donnerstag war für Brügge eingeplant. Sonniges Wetter ließ die Altstadt im rechten Licht erscheinen. Erst zu Fuß, dann mit einem Kanalboot ließen wir die herrlichen Bauwerke an uns vorbei streifen. In der Hitze lockte im Anschluss ein Biergarten zum Verweilen. Nachdem wir dann auch noch die traditionellen Pommes Frites zu uns genommen hatten, fuhren wir zurück nach Zeebrügge zum Boot.

Um 04:00 morgens ging es dann wieder mit erweiterter Crew – Kristin, Dennis Freundin war auch eingestiegen – auf See. Schwacher Wind und geringer Strom unterstützten uns zunächst auf unserem Weg Richtung Amsterdam, wo wir mit einem Feuerwerk begrüßt wurden. Der ideal gelegene Sixhafen war gut für unsere Stadtausflüge, für die wir uns Fahrräder liehen. Am Sonntagmorgen dann machte sich Kristin mit dem Zug auf den Weg nach Hause und wir durchquerten das Ijsselmeer, vorbei an Marken sowie Enkhuizen und gingen in der Nähe vom Makkum beim Abschlussdeich vor Anker. Am nächsten Morgen schleusten wir bei Hochwasser aus und ließen uns mit dem ablaufenden Wasser nach Harlingen ziehen, wo wir in dem kleinen Jachthafen HWSV festgemacht haben. Schönes Wetter ließ uns faulenzen und mit unserem Schlauchboot die Kanäle durchstreifen.

Am Dienstagmorgen mit ablaufendem Wasser ging es mit schneller Fahrt wieder hinaus auf die Nordsee. Wie erwartet waren dort Strömung und Wind aus Ost mit 6Bft. nicht die große Hilfe. So schoben wir uns teilweise mit Maschinenkraft nach Osten. Nachts begleiteten uns an unserer Steuerbordseite viele rote Blinklichter. Tags sieht man dort einen Wald von Windkraftwerken. Die Schönheit unserer ostfriesischen Küste ist verloren gegangen.

Bei schwachem Wind liefen wir am Mittwochnachmittag in Helgoland ein. Erst natürlich volltanken, dann ging es an Land zum Inselrundgang – nach fast 10 Monaten mal wieder deutschen Boden unter den Füßen. Nach Norden schauend, sieht man jetzt ein riesiges Feld von Windrädern. Sogar von unserer Hochseeinsel Helgoland hat man keinen ungestörten freien Blick auf Meer! Mit einem zünftigen Eiergrog beendeten wir unseren ersten Helgolandtag.

Die nächsten zwei Tage waren ausgefüllt durch Bunkerführung mit guter Führung, um viel über die Geschichte der Insel zu erfahren, Inselmuseumsbesuch, Fahrt zur Düne sowie Besuch von Tanja und Christian, unsere ehemaligen Kröger aus Kosel, die jetzt hier leben.

Samstag um 01:00 ging es wieder auf See in Richtung Eider. Kurz vor Hochwasser hatte ich geplant, eine Barre zu passieren. Beim erneuten Berechnen mit einer anderen Informationsquelle musste wir feststellen, dass ich auf ganz andere HW-Zeiten kam. Da unser Tiefenmesser seit der Atlantiküberquerung defekt war und wir kein Risiko eingehen wollten, holte wir uns weitere Informationen vom Eiderstauwerkpersonal. Mein Misstrauen war berechtigt. Wir waren zwei Stunden zu früh und ließen für die Wartezeit noch mal den Anker fallen. Doch bei 6Bft., auflandigem Wind mit 2m Welle auf 5m Wassertiefe, lag man mit 60m Kette sehr unruhig. Nach Passieren der Barre ging es zügig die Eider aufwärts. Alle Brücken waren bereits für unsere Passage geöffnet, so dass wir nicht einmal auf stoppen mussten. Doch bei der Schleuse Nordfeld sah es anders aus. Durch den Starkwind war der Wasserstand zu hoch, die Schleuse konnte nicht geöffnet werden. Nach 1,5 Stunden Wartezeit erfolgte dann das Einschleusen in die kanalisierte Eider. Hier kam Kristin mit diversen Kisten und Kästen wieder an Bord. Sorge bereitete uns die Autobrücke in Pahlen, die wir nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Doch bei einem kurzen Telefonat erklärte sich der Brückenwarter bereit, für uns die Bücke auch noch eine Stunde nach Dienstschluss zu öffnen. So konnten wir weiter bis zur Schleuse Lexfähre fahren und dort im Nebenarm einen gemütlichen Abend vor Anker genießen. Am Sonntag ging es weiter in den NOK Richtung Kiel. Nach stundenlangem Warten vor der Schleuse Holtenau konnten wir endlich in der Kieler Förde noch mal die Kiellinie absegeln. Abends führen wir mit unseren Willkommensgästen zum Abschlussfeuerwerk der Kieler Woche wieder hinaus auf die Förde.

Anders als geplant, ging es gegen Mitternacht, nachdem wir unsere Gäste wieder an Land gebracht hatten, gleich weiter in die Schlei, wo um 04:00 der Anker fiel. Der Grund dafür war die Lindaunis-Brücke, welche aus technischen Gründen nur (wenn überhaupt) zweimal pro Tag öffnen sollte.

Am Montag um 12:45 passierten wir die Lindaunis-Brücke und erreichten unseren Heimathafen gegen 14:30, wo wir bereits von einigen Freunden erwartet wurden. Der Abend klang dann bei einem gemütlichen Zusammensein im WSF-Hafen aus.

 

Hier noch mal an alle besten Dank, die diesen Segeltörn aktiv und passiv begleitet haben. Vieles lief auch im Hintergrund, hielt mir den Rücken frei oder versorgte mich unterwegs mit hilfreichem Material, so dass alles rund und termingerecht ablaufen konnte.

 

 

La Coruna/E – St Helier/Jersey/GB – St. Peter Port/Guernsey/GB – Cherbourg/F – Dieppe/F – Boulogne sur Mer/F – Zeebrügge/B (803sm / ges. 11993sm)

 

Gleich nachdem Heike und Alexander angereist waren, stand eine kleine Stadtbesichtigung an. Sonntag folgte dann der Besuch des Pilgerortes Santiago de Compostella. Wie immer war der Ort voll von vielen Besuchern, die auf dem Jacobsweg pilgerten und hier am Ziel die beeindruckenden Bauwerke besichtigten sowie die Gebeine von Johannes besuchten. Am Montag machten wir noch mal einen Stadtrundgang in La Coruna und erledigten Besorgungen, bevor es endlich am Dienstag wieder Richtung Heimat ging. Es liegen noch 450sm vor uns.

Sehr ruhige See und wenig Wind ließen uns nur langsam vorankommen, so dass der Motor manchmal mit schieben musste. Entsprechend konnten wir am Mittwoch gemütlich auf See Heikes Geburtstag feiern. Als wir Brest querab hatten, kam erschwerend dicker Nebel mit Sicht oft unter 10m dazu. Radar, AIS und Radarenhancer waren jetzt unsere guten Helfer. Ein Segler in unserer Nähe entpuppte sich zur Überraschung als ein russischer Bekannter Alexy mit der SY Akehla. Nach 120sm anstrengender Nebelfahrt erreichten wir St. Helier auf Jersey. Mit langen Spaziergängen und per Bus erkundeten wir das Umfeld und besuchten die Festungen Elizabeth Castle sowie Mont Orgueil Castle und den Leuchtturm Corbiere Phare. Und schon ging es mit schneller Fahrt (Dank passender Strömung) nach St. Peter Port auf Guernsey. Die Stadt und Insel haben uns sehr gut gefallen, jedoch das Wetter und unser Zeitplan forderten ein zeitnahes Weiterreisen. Der nächste Stopp in Cherbourg war nur kurz. Die Tide forderte am nächsten Morgen ein sehr frühes Auslaufen und wir hatten auch nichts Interessantes in der Stadt gefunden, was uns zum längeren Verweilen überredet hätte.

Nach weiteren 100sm liefen wir in dem uns unbekannten Dieppe ein. Der von der Altstadt mit vielen Restaurants umschlossenen Hafen bildet einen gemütlichen Rahmen. Festungsbesuch und Klippen-/Bunkerbesteigung waren hier obligatorisch. Am Sonntag, den 11.06. ging es dann 50sm weiter nach Boulogne sur Mer. Bis auf die Altstadt, welche auf dem Berg liegt, und dass man bei jeder Gezeit hier einlaufen kann, war dies kein interessantes Ziel gewesen. Erst am Mittag vom 12.06. ging es weiter, da die Strömung uns schnell in den kommenden Stunden nach Norden schieben sollte. Nach 24 Stunden mit gutem Wind aus West ließ uns den Hafen Dünkirchen streichen und die 85sm bis Zeebrügge durchsegeln.

Wie es sich im Nachhinein herausstellt war es die richtige Entscheidung. Hier im Hafen erfolgt unser letzter Crewchange auf dieser Reise. Der breite Strand lockte zum Spaziergang nach Blankenberg, einer nicht sehr schönen, aber trotzdem beeindruckenden Touristenbetonburg. Abends dann an Bord wurde in Dennis 22. Geburtstag hinein gefeiert. Als große Geburtstagsüberraschung kamen dann noch Birgit und Thorsten, die Eltern von Dennis, an Bord zu besuch. Aber das Größte war, dass Dennis nach über 100 Tagen Segeln endlich seine Freundin Kristin in die Arme schließen konnte.

X_2017-06-19-PHOTO-00002033
Die Crew

2017/05/10 – 2017/05/27 Mittwoch – Samstag Horta/Azoren – La Coruna/Spanien (1048sm / ges. 11190sm)

2017/05/10 – 2017/05/27 Mittwoch – Samstag Horta/Azoren – La Coruna/Spanien (1048sm / ges. 11190sm)

Am Mittwochvormittag wurden Bootsarbeiten und die Einweisung mit der neuen Crew durchgeführt. Gleichzeitig betätigten Andre und Dennis sich künstlerisch, indem sie traditionell die MILAN an der Pier als Bild verewigten. Dann hieß es sich sputen, da wir eine Inselrundfahrt über Faial geplant war. Schwerpunkte hierbei waren der Besuch des Vulkanmuseums von Ponta dos Capelinhos, die Felsen von Ponta so Varadouro, der Krater Caldeira und natürlich das Kennenlernen der interessanten Insellandschaft. Der Abend wurde mit einem gemeinsamen Essen im Steakhaus beendet. Jetzt hieß es auch Abschied nehmen von der alten Crew, denn auf Grund der Großwetterlage wurde das Auslaufen auf Donnerstag Früh vorverlegt.

Das jetzige Azorentief soll sich am Wochenende nach Nordosten verlagern und ein Islandtief zieht im Laufe der nächsten Woche nach Südosten, welches sich dann später in der Biskaya stationierten und Ostwind bringen wird. Bei mäßigem Wind segelten wir zwischen Sao Jorge und Graciosa durch und über Nacht hatten wir noch lange an Stb.-Seite die Lichter von Terceira in Sicht. Vereinzelt sahen wir einen Blas eines Wales, eine Fluke bekamen wir jedoch nicht zu sehen.

Jetzt lagen wieder 900sm freier Seeraum vor uns. Noch hatten wir ab und zu Delfine als Begleiter. Wie erwartet nahmen Wind und See laufend zu. Am Sonntag dann blies uns der Wind mit 8 Bft. bei nur 4 qm Vorsegel mit gut 5 kn weiter nach Osten. Die von achtern kommende See mit gut 4 bis 5 m lies die MILAN kräftig schlingern. Erholsamer Schlaf entfiel, die Kombüse blieb mehr oder weniger kalt. Am Dienstagnachmittag dann flaute es dann ab, ein Winddreher um 180° folgte, jetzt hatte das Islandtief uns windmäßig übernommen. Die dabei entstandene Kreuzsee schüttelte uns noch einige Stunden durch. Mittwoch den 17.05. begann erst schwachwindig, der Wind legte aber dann wieder auf gute 5 Bft. zu. So segelte die Milan relativ ruhig dahin, La Coruna war keine 300sm mehr entfernt, 650sm bereits geschafft, dies war doch mal ein Grund für ein Festessen! Einen Berg Pfannkuchen sorgte schnell für Ruhe im Boot, erst war es das Essen – dann der volle Magen, der zu Trägheit der Crew führte.

Kurz nachdem wir das das Verkehrstrennungsgebiet Cape Finisterre nördlich passierten, tauchten plötzlich 3 Pottwale (Länge ca. 12m) beim Ausbaumen des Vorsegels vorm Bug auf. Der Eine war leicht Stb-voraus, ein anderer leicht Bb-voraus. Wir waren nicht mehr in der Lage, dem quer vor dem Bug scheinenden Wal auszuweichen. Abrupt verlor die MILAN beim Ramming des Wales die Fahrt. Wohl mit dem Schrecken und ohne großen Schäden konnten die Wale und MILAN glücklicherweise ihre Reise fortsetzen. Das schöne warme Wetter nutzend, wurde nicht nur gebadet, sondern wir haben uns auch die Füße platt gelaufen und alle Sehenswürdigkeiten im Umkreis von 5km angesteuert. Der Rückweg zum Boot führte uns dann immer durch die schöne Altstadt. Hier hatten wir eine kleine gemütlichen Tapas-Bar als festen Platz für unseren Boxenstopp erkoren. Die Abende klangen dann an Bord mit wirklicher Urlaubsstimmung aus. Da Andre und Marko ihren Rückflug von Santiago de Compostella gebucht hatten, machten sie sich bereits am Donnerstag auf den Weg um von dem bekannten Pilgerort was zu sehen. Während dessen bereiteten Dennis und ich die MILAN für die neue Crew vor.

 

 

 

 

 

2017/04/15 – 2017/05/11 Samstag – Donnerstag Bermudas – Azoren (1970sm / ges. 10142sm)

2017/04/15 – 2017/05/11 Samstag – Donnerstag Bermudas – Azoren (1970sm / ges. 10142sm)

Das Abholen von Andre und Steffen am Flughafen von St. Georg’s klappte nicht ganz reibungslos. Der Flieger war gelandet, die Passagiere längst durch, aber keine Spur von der neuen Crew?

Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchten die Beiden matt grinsend mit Handgepäck auf…? Das Gepäck war im Bermuda Dreieck verschollen. Also ging es erstmal so zurück, zur vor Anker liegenden MILAN. Später stellte sich heraus, dass die Reisetaschen gemäß Flugauskunft noch in Hamburg standen. Damit war das für Montag geplante Aufbrechen zu den Azoren mit einem Fragezeichen behaftet. Die Stimmung an Bord war trotzdem gut.

Von Bord ging es gleich wieder an Land zu einem Rundgang durch St. Georg’s und der nordöstlichen Landspitze mit deren Festungen und Badebuchten. Natürlich war auch ein Abstecher in den Supermarkt dabei, um den Neuen das lokale Angebot und die Preise vorzustellen. Es folgte blankes Entsetzen und große Fragezeichen in den Augen mit der Frage, wie die Einheimischen diese Preise zahlen können. Ein Apfel kostet ~1,89US$.

Am Sonntag war Inselrundfahrt angesagt. Dazu hatten wir auch Jörg von der „SUCA“ eingeladen. Unser erster zwangsweiser Busstopp war in Hamilton zum Umsteigen, bei dem wir gleich einen Großteil aller Sehenswürdigkeiten im Umfeld des Busbahnhofes besuchten. Danach brachte uns ein weiterer Bus an die nordwestlichste Spitze der Bermudas – den sogenannten Dock Yards – jetzt ist dies ein Museum und Touristenzentrum – früher war es eine Festung und Ausrüstpunkt der Britischen Schiffe. Mit der Schnellfähre ging es am späten Nachmittag durch die Inselwelt wieder nach Hamilton und mit dem Bus zurück nach St. Georg’s. Das fehlende Gepäck war überraschend inzwischen angekommen und stand abholbereit in der Speisekammer von Geza Wolf’s Restaurant „Wahoo“. So klang ein erlebnisreicher Tag mit Jörg bei guter Pizza „MILAN-SPEZIAL“ an Bord aus.

Die Wettervorhersage für unseren Trip war nicht gerade berauschend – mehrere Tiefs waren aus dem Nordwesten im Anmarsch und über den Azoren lag verfestigt ebenfalls ein Tief. Warten oder los – schwierige Entscheidung! Mit Steffens Rücksprache beim DWD fielen die Würfel auf sofortiges Auslaufen! Nun hieß es schnell die letzten Vorbereitungen treffen. Frischwasser übernehmen und bei den Behörden ausklarieren.

Der erste Kurs war jedoch auf Grund der Großwetterlage nicht in Richtung Azoren (ca. 1800 sm), sondern erst mal ein paar 100 sm nach Südosten ablaufen, um den Tiefs auszuweichen. Trotzdem herrschte dort Wind mit einer Stärke von 7-8 Bft, in Böen auch 9 und auch die Welle war mit bis zu 6 m höhe, wie vorhergesagt. Alles zusammen machte das Bordleben nicht einfach. Steffen, der hinter den Ohren gegen „Fische füttern“ gepflasterte Kombüsenchef, stellte für 3 Tage, total unverständlich für die immer hungrige Crew, einfach die Dienste ein!?! OK, die Bedingungen waren auch äußerst herausfordernd ….

Rund 300sm südlicher als der Idealkurs ging es dann wieder Richtung Azoren. Das gefährliche Unterwassergebirge mit nur 5 m Wassertiefe mitten im Atlantik ließen wir mit sicherem Abstand im Norden liegen. Schon 8 Tage (1000sm gesegelt), drehte der Wind immer ungünstiger für uns auf Nordost. Die Crew war von dieser Entwicklung nur wenig begeistert. Nur langsam wurden „Gute Seemeilen“ auf’s Ziel gemacht. Am 10. Segeltag (noch über 1000sm bis zu den Azoren) entschlossen wir uns, bis zum nächsten Winddreher unter Maschine weiter Richtung Azoren zu laufen. Erschreckend fanden wir, was an Plastikmüll uns mitten auf dem Atlantik begegnete. Für uns war es Gesetz und Bestätigung, dass wir nur Biomüll über Bord gaben. Am Samstag den 29.04. haben wir die Uhr um 2 Stunden vorgestellt. Sonntagfrüh kommt endlich wieder Wind auf. Bereits zu Mittag blies es mit 7 Bft., das Barometer fiel schnell (innerhalb von 8 Stunden) um 10hPa. Höchste Alarmstufe. Segel wurden verkleinert, die Welle erreichte jetzt bereits 6m und – das Barometer fiel am Folgetag um weitere 10hPa. Nur unter 5qm Vorsegel ließen wir uns vom Wind Richtung Azoren jagen. Immer wieder musste gehalst werden, um Wind und Welle nicht direkt von achtern zu bekommen. Trotzdem war Neptun nicht jedem Rudergänger wohl gesonnen. Auf dieser Strecke wurde die neue Einheit „ein Steffen“ eingeführt. Das waren die Brecher, die einen pudelnass machten. 8 Stück innerhalb von 3 Stunden waren eine gute Leistung. Nur einfaches Essen kam aus der Kombüse und an erholsamen Schlaf war nicht zu denken. Trockenes Ölzeug gab es auch nicht mehr an Bord. Leider hat auch Dennis die Welle etwas gebeutelt. Sein Handtuch musste das überlaufende Nudelwasser feudeln und fortan für den weiteren Reisebetrieb in der Backskiste mitreisen. Das sich entwickelnde Odeur machte keine Nase froh. Mit oft über 7 kn ging es Richtung Horta, die noch zu segelnden Seemeilen nahmen deutlich ab.

Was nicht abnahm waren Dennis Haare. Bei 5 m Welle übernahm der standfeste Steuermann Andre den Job des Atlantik Barbier und schor Dennis nach guter Marine-Tradition den Poller. Das Barometer fiel unterdessen um weitere 5 hPa, jetzt bei 995 hPa angekommen, wollten wir endlich den Hafen von Horta erreichen, ehe es noch ungemütlicher wird. Nach mehreren Anlaufversuchen bei Böen um 8 bft machten wir am frühen Morgen des 06.05. wohlbehalten in Horta fest. Die Crew schwankte wie sturzbetrunken an Land – und das alles ohne Alkoholgenuss. Ausschlafen, Reparaturen und Reinschiff prägten die nächsten Tage.

Den diversen nach uns einlaufenden Schiffen sah man den Kampf mit den Naturkräften an. Mastbrüche, zerrissene Segel und durchgescherte Rollreffprofile brachten dies zum Ausdruck. Das Barometer war jetzt bei 990hPa stehen geblieben. Schauerwetter schränkten die Landausflüge erst mal auf das nähere Umfeld ein. Da André und Marko bereits am Dienstag anreisten, wurde die große Inselrundfahrt auf später verschoben. Andre und Steffen musterten zugunsten André und Marko frühzeitig ab und bezogen stattdessen ein Zimmer in einem 4 Sterne Hotel in Horta. Die freie Zeit nutze Andre mit einem Tauchgang in der fantastischen Unterwasserwelt der Azoren. Zum Abschied der alten Crew und Begrüßung der Neuen gab es wieder die MILAN Spezial-Pizza.

 

 

15.04.17, 15:59:55: Tietzsch Andreas: 2017/04/01 – 2017/04/15 Samstag – Samstag BVI’s – Bermudas ( 857sm / ges. 8172sm)

 

Am frühen Morgen haben wir noch Ulrike und Hermann mit dem Schlauchboot zum Flughafen gebracht, nun waren Dennis und ich allein an Bord. Was hielt uns noch auf den BVI’s? Also auf zu neuen Horizonten! Der Anker wurde gelichtet und ein mäßiger Wind lies uns mit 3-4kn nach Norden gleiten. Nur langsam wurden die BVI’s in unserem Kielwasser kleiner. Aber nach dem langen „Lotterleben“ war das ein angenehmer Anfang für eine Langstrecke – besser als schwere See oder sogar Sturm. Doch bereits am nächsten Tag schlief der Wind ein. Die Sonne drückte, der Motor brummelte. Bei 5000m Wassertiefe war ein erfrischendes Bad eine Wohltat. Es ging zwar nach Norden, aber glücklich darüber waren wir nicht. Am Abend gab es noch eine Seebestattung … Friedolin, unser zugeflogener Bordvogel hatte das zeitliche gesegnet.

Am Montagmorgen kam dann endlich wieder Wind. Mal lief es zu unserer Zufriedenheit flott – teilweise 7-8kn, dann waren es mal wieder nur 3-4kn oder sogar weniger.

Es folgte am Samstag ein schwachwind Tag und dazu noch Wind auf die Nase – wir haben uns entschieden, den Motor zu nutzen. Noch 170sm bis zu den Bermudas. Immer wieder wurde zwischen Motoren oder Segeln/Treiben abgewogen. Aber auf Grundlage der Erfahrungen von vor zwei Jahren, wo wir 30sm vor den schützenden Bermudas plötzlich mit 65kn Wind (11-12 Bft.) zu kämpfen hatten, blieben wir beim Motoren. Lange schon vor den Bermudas wurden wir durch Bermuda Harbour Radio über Funk begleitet und später zum Ankerplatz geführt, wo gegen 04:00 vor St. Georg’s der Anker fiel. Stunden später erhielten wir vom Custom/Imigration einen großen „Anschiss“, weil wir es gewagt haben vor dem einklarieren zu Ankern?!? Es folgte Bootsversorgung mit Kraftstoff (US$ 1,77 pro Liter) sowie Wasser. Anschließend ging es auf einen Ankerplatz. Bis zum Auslaufen wollten wir das Boot nicht mehr bewegen. Wartungsarbeiten wurden durchgeführt, aber auch ein kleiner Landgang im Bereich St. Georges stand an. Dabei haben wir auch den hiesigen Vertreter für unseren Verein „Trans Ocean“ besucht, der hier das Restaurant „Wahoo“ führt. Mittwoch war geprägt durch Verpflegungseinkäufe (Preise in orbitantischer Höhe – z. B. ein Apfel US$ 1,59, Sixpack Bier US$ 13,00) und abends wurde Fußball „Dortmund gegen Madrid“ gesehen. Donnerstag ging es auf nach Hamilton. Ich glaube, alles Wichtige haben wir dort besucht bzw. gesehen. Aber so richtig beeindruckt waren wir nicht. Am Karfreitag konnten wir einen Gottesdienst der anderen Art miterleben. Der Leidensweg Jesu Christi bis zu seiner Kreuzigung wurde im Freien als Schauspiel unter großer Teilnahme aufgeführt. Anschließend könnten wir noch einer Taufe (Ganzkörper) im Meer beiwohnen. Traditionell fand anschließend im ganzen Land Drachensteigen statt.

Zum Sundowner hatten wir dann noch die Crews von zwei deutschen Schiffen an Bord. Und schon war wieder Samstag und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen, um unsere Crewverstärkung André und Steffen in Empfang zu nehmen.

 

2017/03/18 – 2017/04/02 Samstag – Samstag BVI’s – Rundreise (Beef Island – Tortola – Norman Island – Peter Island – Cooper Island – Virgin Island – Anegada – Guana- Sandy Cay – Jost van Dyke) ( 127sm / ges. 7315sm)

2017/03/18 – 2017/04/02 Samstag – Samstag BVI’s – Rundreise (Beef Island – Tortola – Norman Island – Peter Island – Cooper Island – Virgin Island – Anegada – Guana- Sandy Cay – Jost van Dyke) ( 127sm / ges. 7315sm) Ulrike und Hermann kamen spät am Samstag eingeflogen. Mit dem Schlauchboot wurden sie zügig von Flughafen abgeholt. Den Sonntag gingen wir zur Akklimatisierung ruhig an. Zuerst wurden alles (Strand, Supermarkt, Kunstgeschäfte und Bars) um die Trellis Bay begutachtet, dann gingen wir bei Road Town vor Anker – es folgte ein Stadtrundgang und eine Bergwanderung. Montag wurde das Boot ausgestattet und weiter ging es zur Norman Island zum Ankern, Baden und Schnorcheln. An diesen Spot wurden am Dienstag noch erst die Höhlen abgeschnorchelt, bevor es gegen den Wind nach Peter Island in der Deadman Bay gint, wo wir erneut ankerten. Dies ist eine schöne Privatinsel, die zum Strandaufenthalt und längeren Spaziergängen lockte. Höhepunkt war hier nicht nur die Aussicht, sondern auch der größere Leguan, welcher unseren Weg kreuzte.

Mittwoch noch immer auf der Kreuz wurde die Manchionee Bay von Cooper Island angesteuert, die für ihre Schildkröten bekannt ist und die uns schon beim Anlaufen begrüßten. Zeitnah ging es zu den markanten runden Felsen „The Baths“ von Virgin Gorda zum Schnorcheln, Baden und Strandspaziergang weiter. Hohe, kräftig auflaufende Welle machte das Anlanden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Meer spuckte einen förmlich aus und die nächste Welle füllte alle Bekleidung mit einer Menge Sand. Auch das ins Wassergehen erforderte das Abwarten der richtigen Welle! Da das Übernachten in einem Marinepark nicht gestattet ist, verlegten wir noch ein Stück nach Norden und gingen vor Spanish Town vor Anker. Der große Name der Ortschaft spiegelt nicht das gesehene. So verlegten wir nur ein paar Meilen Nordwärts und ließen mal die Seele dort vor Anker baumeln. Diesen Stopp nutzen wir auch als Chance das Unterwasserschiff von dem Bewuchs zu befreien. Die nächsten Tage war viel Regen vorausgesagt, trotzdem blieben wir bei unserer Planung und segelten nach Anegada. Und es schüttete aus Eimern! So wurde spontan ein Spieleabend angesetzt. Egal was kommt, der nächste Tag gehörte der Inselerkundung. Es war die richtige Entscheidung… Big Bamboo an der Nordostküste wurde unser Ort. Für jemanden, der Ruhe und Entspannung sucht, ist dies der rechte Platz. Weiterhin mit einer untypischen Wetterlage ging es auf der Kreuz nach Süden. Wir segelten in den Gorda Sound und gingen dort in einer ruhigen geschützten Bucht vor Anker. Natürlich muss man auch am Saba Rock vorbeischauen. So segelten wir den gesamten Sound ab, ehe es wieder hart am Wind nach Westen zum Marinepark der Privatinsel Guana ging. Wieder mal war „Abdampfen“, Baden und Schnorcheln angesagt.

Unser heutiges Ziel war Cane Garden Bay an der Westküste um in der Happy Hour mit „Painkiller“ den Abend zu verschönen. Auf dem Weg nach Jost van Dyke legten wir noch einen Stopp auf der Marinepark Insel Sandy Cay ein. Hier findet man noch Natur pur – m.E. ein muss, das man von den BVI’s gesehen haben sollte. Dann hörten wir auch schon die Rufe – „MILAN, komm zur Soggy Dollar Bar“. Eine Stunde später fiel in der White Bay vor Jost van Dyke für die nächsten zwei Tage der Anker. Die wichtigen Orte/Bars wurden im wahrsten Sinne des Wortes zum Unverständnis der Ortsansässigen abgelaufen. Sie hätten lieber gesehen, dass wir ihr Taxis nutzen. Allerdings haben wir so viel mehr von der Insel wahrnehmen können. Weiterhin liefen die Vorbereitungen für die beiden Schläge Bermudas und Azoren auf Hochtouren. Ölwechsel, Riggcheck und Unterwasserschiffreinigung wurden von Dennis und mir durchgeführt. Ebenfalls wurden die Einkaufslisten vorbereitet. Donnerstag nach Erreichen von Road Town wurde dann die Versorgung durchgeführt. Das hieß schweißtreibende Arbeit – ca. 300kg Verpflegung einkaufen, zum Boot bringen und verstauen. Das Fehlende wurde dann am Freitag beschafft. Zum Mittag war dann auch unsere Gasflasche gefüllt wieder angeliefert worden, so dass wir nach dem obligatorischen Amtsgang Ausklarieren wieder in die Trellis Bay laufen konnten. Hier brachten wir (Dennis und ich) Samstag früh Ulrike und Hermann zum Flughafen. Noch mal bei der Gelegenheit ins Internet, um aktuelle Wetterinfo zu erhalten und diesen Bericht zu versenden, dann soll es nun zu den Bermudas losgehen.

 

 

18.03.17, 19:32:47: Tietzsch Andreas: 2017/03/03 – 2017/03/18 Samstag – Samstag Sint Maarten (NL) – Sant Martin (F) – Anguilla – BVI’s ( 205sm / ges. 7188sm)

18.03.17, 19:32:47: Tietzsch Andreas: 2017/03/03 – 2017/03/18 Samstag – Samstag Sint Maarten (NL) – Sant Martin (F) – Anguilla – BVI’s ( 205sm / ges. 7188sm) Wieder waren wir eine Vierergruppe mit Christian, Daniel, Dennis und mir. Samstag wurde zur Akklimatisierung nur eingekauft und ein langer Spaziergang am Strand zu dem Bereich unternommen, für den Sint Maarten weltbekannt ist – der Ort an dem die startenden Großflugzeug die „Strandläufer“ durch die Luft wirbeln können. Ein Gaudi für die Leute am Strand und natürlich die Zuschauer.

Am nächsten Tag nach Erledigung aller Amtsbesuche verließen wir den Hafen und gingen nur 1sm weiter wieder vor Anker. Da wir auch den nördlichen (französischen) Teil der Insel kennen lernen wollten, nahmen wir den bequemen und kostengünstigen Landweg. Die Hauptstadt Marigot mit ihrer Festung war unser Ziel. Man merkt doch schnell, dass die Franzosen ein wenig mehr Gemütlichkeit ausstrahlen als ihre Nachbarn.

Die Segeltour nach Anguilla stand am Montag an. Zuerst konnten wir hart am Wind segeln, jedoch später mussten wir auf der Kreuz gehen.  Die Welle mit 1,5-2m gegen an und Regen waren unsere Begleiter. In der Road Harbour Bay wurde geankert. Da es hier schön sein sollte, beschlossen wir direkt 2 Tage zu bleiben. Mit schön war wohl nur schön ruhig bzw. verschlafen gemeint gewesen. So verbrachten Christian und Daniel den 2. Tag am Strand und Dennis und ich besuchten erst die Hauptstadt „The Valley“ (500 Einwohner) und anschließend die super Sandstrände der Insel. Besonders erwähnenswert ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einwohner. Hier kommt man mit trampen noch überall hin, es wurden auch gerne Umwege für uns gemacht. Mit Sonnenuntergang lichteten wir den Anker. Der Wind trieb uns unter gerefftem Vorsegel und guter mitlaufender Dreimeterwelle nach Westen zu den BVI’s.

Am nächsten Morgen wurde in Spanish Town auf Virgin Gorda festgemacht und einklariert. Christian und Daniel hatte die Nachtfahrt in Verbindung mit dem Seegang so zugesetzt, dass sie sich entschlossen, ab Montag auszusteigen, um die Ruhe eines nicht wackelnden Hotelbettes zu genießen. Um noch was von den BVI’s zu sehen, segelten wir zur nordöstlichsten Insel – Anegade. Die einen suchten Entspannung an Bord, der Rest, jetzt unerwartet verstärkt durch die „asylsuchende“ Ilka, an Land.

Ebenfalls konnten wir hier tolle Leute, viel Strand und super Ruhe antreffen. Am Sonntag zog es uns in die Trellis Bay bei Beef Island um an der berühmte „Full Moon Party“ teil zu nehmen – zuerst war es eine Kunstausstellung und später entstand eine gesittete Seglerparty mit Künstlerauftritten und Feuerkugeln.

Hier stieg Ilka aus und am Montag in der Hauptstadt Road Town auf Tortola dann auch Christian und Daniel. Versorgungsgänge, Stadterkundung und eine „Bergwanderung“ ließen bei Dennis und mir keine Langeweile aufkommen. Dienstag ging es weiter zur Ersatzteilbeschaffung in den Nanny Bay Harbour, danach war geplant, in Sopers Hole vor Anker gehen. Da hier nur teure Ankerbojen genutzt werden sollten, segelten wir weiter und gingen an der Westküste Tortolas in der Cane Garden Bay so rechtzeitig vor Anker, um bei Happy Hour und „Painkiller“ den Sonnenuntergang genießen zu können. Mittwoch und Donnerstag war relaxen angesagt. Also ging es am Mittwoch mit einem kurzen Schlag in die White Bay auf Jost van Dyke. Ankern, Baden und ab in die „Soggy Dollar Bar“(hier entstand der Drink „Painkiller“)… Am Donnerstag folgte ein Fußmarsch in die Nachbarbucht – Sight seeing und „Foxy Bar“(hier trafen wir mit seiner Gitarre den legendären Calypsosänger „Foxy Callwood“). Das sind Kultstätten, die man besucht haben muss! Freitag ging es dann gegen Wind und See zur White Bay von Guana und samstags wieder vor Anker in die Trellis Bay, um die neue Crew zünftig mit dem Schlauchboot direkt vom Flughafen abzuholen.

2017/02/18 – 2017/03/04 Samstag – Samstag Antigua – Barbuda – Nevis – St. Christopher (St. Kitts) – St. Barthélemy – Sint Maarten ( 223sm / ges. 6983sm)

2017/02/18 – 2017/03/04 Samstag – Samstag Antigua – Barbuda – Nevis – St. Christopher (St. Kitts) – St. Barthélemy – Sint Maarten ( 223sm / ges. 6983sm) Neu eingestiegen sind Christian, Alexander und Fabian. Damit alle auch noch einen kleinen Eindruck von Antigua bekommen können, sind wir noch einmal an die südöstliche Küste von Antigua – Green Island zum Schnorcheln und in die Mangrovenbucht zum Übernachten gesegelt. Am nächsten Tag ging es bereits an der Südküste wieder gen Westen und vor Anker in die Ordnance Bay. Dies ist ein Seitenarm von English Harbour. Der Landausflug, welcher uns auch zur benachbarten Falmouth Bay ging, erbrachte die Erkenntnis, dass unser Ankerplatz der sicherere und schnuckligere war. Wie angekündigt bekamen wir am Dienstag eine ungewöhnliche Westwindlage, die Mittwoch über Nord dann Donnerstag wieder in die dominierende östliche Richtung drehen sollte. So hatten wir noch einen Antigua-Tag mehr. Mittwoch früh konnten wir recht schnell papiermäßig Ausklarieren, anschließend folgte der schweißtreibende Aufstieg auf den höchsten Berg von Antigua Mount Obama (393m). Danach wurde mit dem günstigen Bus in die Hauptstadt St. John’s durchgestartet. Die 24 Stundenregelung zum Verlassen des Landes nach Ausklarierung im Auge behaltend, ging es Donnerstag dann gen Norden nach Barbuda. Hier nur einen Nachmittag an dem einsamen wirklich karibischen Strand zu verbringen, war für alle in Ordnung, da keiner ein richtiger Sonnenanbeter war und bei einigen das „Fell“ sich bereits rot verfärbte. Durch eine notwendige (Toiletten-)Reparatur verzögerte sich das Ankeraufgehen um zwei Stunden. Aber um 22:30 ging es dann endlich los zu unserem Nachtschlag nach Nevis. Die Hauptstadt Charlotteville hat nur in kleinen Teilen das gehalten, was die Informationsblätter versprachen. So haben wir es uns an einer Strandbar in den Liegepolstern bis Sonnenuntergang gemütlich gemacht. Am nächsten Tag brachen wir dann trotz allseitiger Warnung ohne Bergführer zu den Wasserfällen auf. Der Weg war wirklich schwer zu finden, aber beeindruckend. Der am Anfang noch breite Weg im Regenwald wurde nach und nach zum schmalen, teilweise zugewucherten, schlammigen Pfad. Schmale Treppen ohne Geländer, rostige, wippende, in sich verdrehte ca. 20m lange Leitern und fast senkrechte Seilstrecken toppten die Wegführung. Die Belohnung war ein erfrischendes Bad unter einem Wasserfall mitten im Regenwald unter Baumfarnen und Palmen.

Zurück an Bord ging es gleich bei wenig Wind nach Basseterre/St. Kitts. Ohne Papierkrieg folgte ein Tag in der Hauptstadt bzw. Aufstieg zum Mount Liamugia (1156m). Damit wir den ungeplanten Tag auf St. Kitts wieder einholen konnten, ging es mit Nachtsegeln hart am Wind nach Gustavia/St. Barthelemy. Tagsüber bummelten wir durch die Stadt und abends ließen wir uns vom Karnevalgetöse gefangen nehmen. Genug von der Stadt ging es nur ein paar Meilen weiter nordwestlich in der Anse de Colombier an die Boje. Schnorcheln besonders mit den Schildkröten war die Attraktion. Eine Insel weiter (Ilse Fourchue) lagen wir noch mal fast ganz alleine in einer Bucht und konnten alle Berge der unbewohnte Insel erklettern und auch die Unterwasserwelt bewundern. Am Donnerstag den 02.03. segelten wir dann wieder in den Touristenbereich hinein nach Sint Maarten. Schon von Weitem sahen wir die vielen Segelschiffe der Heineken-Regatta und nach Philipsburg hineinschauend lagen dort 5 große Kreuzfahrtschiffe. Mit vielen Schiffen und engem Fahren ging es dann durch die Simpson Bridge in die Simpson Bay Lagoon in einen Hafen zur Versorgung und zum Crewchange. Hier stiegen Alexander und Fabian aus.

 

2017/02/04 – 2017/02/18 Samstag – Samstag Antigua – Barbuda – Saba – St. Eustatius – St. Christopher (St. Kitts) – Nevis – Antigua ( 358sm / ges. 6760sm)

Tietzsch Andreas: 2017/02/04 – 2017/02/18 Samstag – Samstag Antigua – Barbuda – Saba – St. Eustatius – St. Christopher (St. Kitts) – Nevis – Antigua ( 358sm / ges. 6760sm) Ursprünglich war es angedacht, die kommenden Crewwechsel alle in der Hauptstadt St. John’s durchzuführen. Jedoch stellten wir schnell fest, dass die Amtsgänge sowie die nötigen Einkäufe sich in St. John’s nur umständlich erledigen ließen. Daher stieg nur Alexander in St. John’s aus und Katja und Dirk ein. Doris bleibt noch für die kommenden zwei Wochen an Bord.Die weiteren für Antigua geplanten Crewwechsel wurden an die Westküste nach in den Yachthafen Jolly Harbour verlegt.

Allederings bevor wir Christoph dort einsammeln werden ging unsere Reise in den Süden der Insel. Antigua, großer Name, aber eine kleine Insel, lockte uns gleich an die Südküste zu segeln und bei English Harbour vor Anker zu gehen.

Am nächsten Tag ging es noch weiter nach Osten, um bei Green Island zu Schnorcheln und zu ankern. In einer geschützter Mangrovenbucht übernachteten wir und am Abend wurde der frisch geangelten Fisch verspeist. Am kommenden Morgen ging es zurück nach Jolly Harbour, um einerseits Christoph aufzunehmen und die Verpflegung für die nächste Tour zu organisieren.

Mittwoch früh ging es zur Insel Barbuda (welche noch zu Antigua gehört). Dort ließen wir am elf Meilen Strand den Anker fallen und genossen mit nur vier weiteren Booten den weiten einsamen von Palmen gesäumten Sandstrand.

Der lud zu langen Spaziergängen und dösen im Schatten ein. Abends ging es dann bereits wieder Anker auf, mit dem Ziel am nächsten Vormittag die 70sm entfernte Insel Saba zu erreichen. Nach der Nachtfahrt mit achterlichem Wind, waren die steile Felswände vorerst nicht sehr einladend. Zum Einklarieren im Hafen war das Übersetzen im vorbereiten Schlauchboot bei 2 m See ein Kraftakt. Anschließend verlegten wir in den Windschatten der kleinen Insel und gingen Nähe des 1000-Stufenweges, welcher über Jahrhunderte die einzige Zuwegung zur Insel war, an eine Boje. Für den Landausflug am nächsten Tag hatten wir uns ein Wassertaxi für den Transfer in den Hafen bestellt. Mit dem Taxi ging es dann zu unserem Wanderstartpunkt zum Top des Mt. Scenerie (877m). Ein schmaler Steinpfad führte uns immer weiter durch den Regenwald Richtung Spitze. Den Blick über die Insel mussten wir uns richtig erarbeiten. Der letzte Teil des Weges war nur ein schmieriger, durch einen rutschigen Schlammpfad erarbeiten. Wir waren froh, dass wir diesen alle ohne ausrutschen überstanden haben. Kurz vorm höchsten Punkt folgte zur Krönung noch ein Felsen, der nur mit einem Seil erklommen werden konnte. Eine grandiose Sicht über Saba aber auch die karibische Inselwelt war die Entlohnung für das Besteigen der höchsten Erhebung der Niederlande. Wieder zurück auf der MILAN war Schnorcheln angesagt. Lions-, Koffer- und viele weitere bunte Fische, sowie Wasserschildkröten waren unsere Begleiter.

Am nächsten Tag liefen wir St. Eustatius an. Auch diese Insel gehört zu den Niederlanden, ist aber ganz anders. Auf Saba sah alles gepflegt aus und westlich angehaucht, hier waren wir das gewohnte Karibik-Bild. Die Insel hat rund 5000 Einwohner, 9 verschiedene Glaubensgemeinden, volle Kirchen, davon berichtete uns ein Pastor.

Nun folgte der Sprung auf die nächste östlich gelegene Insel Basseterre, in die der Hauptstadt von St. Christopher (St. Kitts). Diese Stadt wird vermehrt von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, daher waren zumindest in Hafennähe die Preise sehr teuer –  und alles nur in USD.

Unsere Taxiinselrundfahrt hat uns auch andere Ecken gezeigt, in welchen sehr einfach das Leben prägt. Interessant war, dass Zuckerrohr nicht mehr angebaut wurde, die Felder liegen nun brach und das komplette Gemüse wird fast komplett importiert.

Die Inseln St. Kitts und Nevis gehören zusammen, daher hatten wir für beide Inseln ein- und ausklariert.

Als wir am übernächsten Tag auf Nevis angekommen sind, wurden wir von der Hafenpolizei aufgefordert, nicht zu Ankern, sondern eine kostenpflichtige Boje zu nehmen und komplett nochmal ein- und auszuklarieren. Da wir nur einen Stadtrundgang geplant hatten und anschließend nachtsegelnder Weise nach Antigua wollten, haben wir auf den Besuch von Nevis verzichtet. Wir sahen dies als reine Schikane und Geldschneiderei an. Nachdem wir auf Antigua wieder einklariert haben, bekamen wir beim Frühstück ein tolles Hafenkino mit hilfslos im Hafen kreisender Yacht und anschließendem hörbaren Anleger in der Pier geboten. Für die letzten zwei Tage ging es noch mal an die Südostküste zum Baden, Schnorcheln und Unterwasserschiffreinigen.

Wieder zurück in Jolly Harbour steht der nächste Crewwechsel an. Doris, Christoph, Dirk und Katja machen sich auf die Heimreise.

 

 

2017/01/07 – 2017/01/21 Samstag – Samstag St. Lucia – Martinique – Dominica – Guadeloupe ( 197sm / ges. 6168sm)

Die neue Crew mit Michael und Karin war noch nicht komplett, Doris sollte erst am Dienstag dazu stoßen. So blieben wir vor Soufriere liegen, um am Sonntag den Ted Paul Natural Trail zu besuchen. Das Handycap, dass sonntags keine Busse fahren, wurde schnell durch problemloses Trampen gelöst. Von dem Trail, der zwischen den Pitons liegt, hatten wir eine gute Übersicht über den Süden von St. Lucia bis hin nach St. Vincent. Auf dem Rückweg kehrten wir in einer paradiesisch gelegen Hotelanlage ein, wo uns die Herstellung von Cacao vorgestellt wurde. Am Montag dann ging es an den Pitons vorbei nach Vieux de Fort. Der Anleger im Fischereihafen verlief mit Handycap, da wir uns dabei eine Boje in den Propeller zogen. Als Bonus war der Liegeplatz gratis. Wie in den Reiseführern beschrieben, ist diese Stadt trotz des Internationalen Flughafens, nicht vom Tourismus erfasst/entdeckt worden. Entsprechend verläuft das Leben sehr ursprünglich ab. Auf Grund des Wintereinbruchs in Deutschland konnte Doris nicht ihren Direktflug nehmen, sondern musste einen Flug via New York mit 20 Std. Verspätung nehmen. So hatten wir Zeit genug die südlichste Stadt von St. Lucia kennen zu lernen. Nach Doris Eintreffen ging es gleich wieder an den Pitons vorbei in die Marigot Bay, um Caribeen Feeling zu tanken. Am nächsten Tag dann waren die letzten Stationen auf St Lucia die Hauptstadt Castries und Rodney Bay. Bei stürmischen Wetter ging es weiter nach Fort de France, der Hauptstadt von Martinique. Oft mit New Orleans verglichen, kann sie dieser nicht das Wasser reichen, aber sie setzt sich doch deutlich von den anderen Karibikstädten ab. Vor der Festung vor Anker liegend, blieben wir hier etwas länger, um bei guter Auswahl und pässlichen Europreisen zu verproviantisieren. Weiter etwas nördlich wurde St. Pierre, die ehemalige Hauptstadt, die 1902 durch einen Vulkanausbruch gänzlich zerstört wurde, angelaufen, ein wirklich krasser kontrast zu Fort de France. Weiter ging es nach Norden mit 30° Kursvorhalt, 2,5m hoher Welle gegenan und starken Regenschauern nach Roseau, der Hauptstadt von Dominica. Hier war man wieder im karibischen Leben angekommen. Um möglichst viele Sehenswürdigkeiten anzusteuern hatten wir ein Komfort-Taxi gemietet. Unser Fahrer Felix steuerte unter anderem die Trafalgar Falls, Emerad Pool, Sulphur Springs, Hot Nature Bath, Freshwater Lakes und natürlich den Rainforest an. Mit seinen Erzählungen haben wir ein gutes, umfassendes Bild von Dominica erhalten. Und wieder weiter nach Norden ging es vor Portsmouth vor Anker. Unser Führer Sam ruderte uns durch die Mangroven des Indian River, die auch Schauplatz für den ‚Fluch der Karibik‘ waren, berichtete über die Geschichte der Insel, erklärte uns Fauna und Flora und zeigte uns die Dschungelbar?!? Abends hatte Sam zum Segler-/Strandbarbecue geladen. Das war eine sehr gelungene Veranstaltung. ◦ Guadeloupe schon in Sicht, segelten wir hart am Wind erst zur nordöstlich gelegenen Insel Marie Galante und dann weiter nach Pointe de Pitre, der Hauptstadt von Guadeloupe. Hier fand wieder ein Crewwechsel statt. Michael und Karin stiegen aus und Alexander H. stieg ein.