2016/12/24 – 2017/01/07 Samstag – Samstag Grenada – Carriacou – Union Island – Mayreau – Canouan – Bequia -St. Vincent – St. Lucia (198sm / ges. 5971sm)

Vorab – der 24.12. ist hier auf Grenada ein ganz normaler Arbeitstag. So wurde nochmal eingekauft und besonders der bunte, lebhafte Markt von St. Georges besucht. Passagiere von mehreren Kreuzfahrtschiffen füllte die Stadt noch zusätzlich. Ruhe konnte man in der Kirche finden, die für den Mitternachtsgottesdienst vorbereitet wurde. Am Montag dann ging es weiter nach Norden mit dem Ziel Tyrell Bay auf Carriacou. Hier wurde am nächsten Vormittag ausklariert und unter vielen Kreuzschlägen und 40°-Vorhaltewinkel die Bucht Clifton Harbor auf Union Island angelaufen und sofort einklariert. Es folgte ein segelfreier Tag. Strenger Wind (Bft. 7) ließen das Schnochelparadies Tobago Cays ausfallen, dafür wurde die kleine Insel Mayreau für einen kurzen Zwischenstopp anlaufen. Vor Charlestown Bay / Canouan fiel dann der Anker für die Nacht. Winddüsenwirkung durch die Berge ließen uns bei 5m Wassertiefe 40m Ankerkette stecken. Eine gute Entscheidung angesichts, dass wir Schlauchboote mit Motor haben durch die Luft wirbeln gesehen. Für die nächsten 2 Tage war Port Elizabeth auf Bequia angesagt. Hier in der Admiralty Bay haben wir den Jahreswechsel mit einem großen Feuerwerk, das vermutlich von den Kreuzfahrern organisiert wurde, erlebt. Neujahr verließen wir die Grenadines und segelten nach St. Vincent in die malerische Wallilabu Bay. Wer die Jack Sparrow Filme kennt, kann nachvollziehen, dass hier Wasserfälle, Urwald und versteckte Buchten das Bild prägen. Aber schon rief eine Insel nördlich nach der MILAN – St. Lucia. Böiger Starkwind, 3-4m Welle und kräftig nach Südwesten setzender Strom machten die 30sm zum tagesfüllenden Programm. Zwischen den markanten Pitons wurde für 2 Tage festgemacht. Besuch der aktiven Vulkanzone, warmen Badequelle sowie Schnorcheln waren Pflichtprogramm. Weiter wurde die Westküste von St. Luca abgesegelt, dabei die bekannte Rodney Bay, die Hauptstadt Castries sowie die Marigot Bay, die ein echtes Karibikfeeling aufkommen lässt und deswegen stark frequentiert ist, besucht. Die allgemein erwähnte hohe Diebstahlrate und Unfreundlichkeit können wir bisher nicht bestätigen. Nun steht ein kompletter Crewwechsel an, Doris sowie Karin und Michael kommen an Bord.

 

 

2016/12/10 – 12/24 Samstag – Samstag Tobago – Grenada – Isle de Ronde – Carriacou – Grenada ( 188sm / Ges. 5773sm)

Auf Tobago hatten wir uns sehr wohl gefühlt, doch irgendwann musste es schließlich weitergehen. So sind wir montagvormittag für schmales Geld mit einem Privatfahrzeug in die Hauptstadt Scarborough gefahren, um die Amtsgänge zu erledigen und uns zu versorgen. Nachmittags hatte jeder mal Zeit für sich. Nach dem Abendessen wurde dann der Anker gelichtet mit dem Ziel, am nächsten Morgen Grenada anzulaufen. Anfangs herrschte wenig Wind, doch bald mussten Groß- und Vorsegel gerefft werden. Begleitet von einem nicht gerade angenehmen Seegang ging es zügig nach Grenada. Doch ein Sorgenkind hatten wir im Gepäck! Kurz vor Auslauf aus Tobago hatten wir feststellen müssen, dass unser Schlauchboot ein kleines Loch hat, welches wir mit unseren Mitteln nicht geflickt bekamen. Und in der Karibik ist ein verlässliches Beiboot unabdingbar! So konnte der nächste Hafen nur ein „Port of Entry“ sein, der auch eine eventuellen Servicestation für Schlauchboote hat. Also wurde in der Hauptstadt St. George’s der Yachthafen „Port Louis Marina“ angelaufen, der sogar einen Pool, Wäscherei, funktionierenden Geldautomaten und weitere Annehmlichkeiten hatte. Die Schlauchbootinstandsetzung wurde organisiert und gegen gutes Geld konnten wir ein Leihschlauchboot für die nächsten 9 Tage erhalten. Donnerstag dann ging es wieder raus, die Westküste Grenadas nach Norden laufend, deutlich langsamer als gedacht. Kurz vor Dunkelheit erreichten wir den einsamen Ankerplatz an der Isle de Ronde. Ohne Fremdlichter konnte bis zum Mondaufgang ein einmaliger Sternenhimmel betrachtet werden. Die am nächsten Tag angepeilte Insel Petite Martinique wurde nicht erreicht, da Wind und Strömung gegen uns waren. Auffällig war auf unserem Kreuzkurs eine Wellenbildung, deren Grund wir uns bei 200m Wassertiefe nicht erklären konnten. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass wir den Gefahrenbereich eines aktiven Unterwasservulkanes (Kick’em Jenny) überlaufen hatten. Zum Glück hat er das Wasser nur ein wenig brodeln lassen, alles ist gut gegangen. Mit dem Fang eines Gelbflossen-Thunfisches wurden wir dafür entschädigt und liefen auf der Insel Carriacou die Tyrrel Bay an. Da wir kräftigeren Wind bekamen, blieb der Anker dort bis Dienstag im Grund. Also hatten wir viel Zeit für Inselausflüge, Mangrovenbesuch mit dem Schlauchboot, Baden, Schnorcheln, einschließlich einer Fährfahrt zur Insel Petite Martinique und natürlich zum Seele baumeln lassen. Um den Administrationsaufwand klein zu halten, blieben wir im Hoheitsgebiet von Grenada. So ging es wieder nach Süden, die Westküste Grenadas entlang, um in der Grand Mal Bay zu ankern. Der Mittwoch hatte noch mal die seglerische Bandbreite gefordert. Mit wenig Wind, ruppige Squalls, volle Segel, gereffte Segel und Kreuzkurse mit rauer Welle ging es in die Prickly Bay im Süden von Grenada, einer großen, gut besuchten Ankerbucht. Der Landgang war eingerahmt von diversen kräftigen Regenschauern. In kurzer Zeit hatte sich das Schlauchboot soweit gefüllt, dass alles, auch der volle Kraftstoffbehälter aufschwammen. Diese Zeit haben wir gut in der „Brewery“ verbracht. Nun zurück in St. George’s ist Versorgung, Aufklären, kleine Reparaturen und Crewchange angesagt. Ines und Christian gehen von Bord, Klaus und Uta steigen ein. Unser Schlauchboot ist auch instandgesetzt wieder an Bord.

 

 

2016/11/17 – 12/10 Kapverden – Barbados – Tobago ( 2205sm / ges. 5585sm)

Nun lagen wir doch mit der ARC+, der von Jimmy Cornell organisierten transatlantischen Regatta von den Kanaren über die Kapverden nach St. Lucia, zusammen im Hafen von Mindelo. Und auch die Auslaufzeit der 70 Schiffe war fast gleich mit unserer. Alle Vorbereitungen haben wir unauffällig getroffen, dann aber hatten wir beim Ablegen mit unserem Auslauflied von Santjano die ganze Aufmerksamkeit und auch wohl neidische Blicke auf uns gezogen. Das war wieder mal ein gelungener Abschied. Schon bald wurden wir von den ersten ARC-Booten überholt. Aber das war uns vorab klar. Schon unser festgesetzter große Festpropeller wirkte wie eine Bremse und kostete uns ca. 1kn. Bereits in der Nacht zog sich das Feld der Segelboote weit auseinander und am nächsten Tag hatten wir nur noch eine Hand voll Boote in unserem Sichtbereich.

Jetzt hatte unser richtiger Langtörn wirklich begonnen. 2050sm – wieviel Tage brauchen wir dafür? Was macht das Wetter? Können wir immer segeln? Schaffen wir das Windloch nördlich zu umfahren? Was machen die Squalls? Haben wir genug zu Essen und Trinken an Bord? Wird es langweilig? Viele Fragezeichen! Die zwei Wegpunkte Richtung Barbados waren gesetzt, wir versuchten in Nähe des Idealkurs zu bleiben. Die beiden Vorsegel waren in Passatstellung ausgebaumt. So ging es den ersten Tag bequem voran, aber dann wirbelten die schnell aufkommenden Squalls alles durcheinander. Plötzlich halber Wind – Spi-Bäume weg, Grosssegel dazu setzen und nach ein paar Stunden alles wieder zurück und dies mehrmals hintereinander. Schnell hatten wir gelernt – das dies sehr umständlich war. Bequemer ist doch, einfach mit dem Wind zu drehen und ein paar Stunden mal in eine etwas andere Richtung zu segeln, anschließend dreht ja doch alles wieder auf ungefähr Ostwind zurück. Was machen die kleine Schlenker denn bei 2000sm Strecke aus? Nichts! Öfters sahen wir hinter uns Wetterleuchten, doch nur wenige Gewitter erreichten uns. Was war sonst noch los auf diesem Schlag?

Der Luftdruck schwankte immer um 1014hpa, die Temperatur stieg an sonnigen Tagen tagsüber auf fast unerträgliche 32°C an, nachts fiel sie auf angenehme 26°C. Eine gewisse Trägheit und Faulheit stellte sich ein, es wurde nur das notwendigste gemacht. Abwechslung brachten die Mahlzeiten und die damit verbundenen erforderlichen Aktivitäten wie Gemüse putzen, Salat schnippeln oder Brot/Brötchen backen. Lesen war ebenfalls großgeschrieben, aber auch intensive Sonnenbräunung war von diversen Mitseglern angestrebt. Nicht zu vergessen sind auch die Badestopps, die ein wenig Erfrischung brachten sowie die diversen Funkkontakte mit Seglern, die irgendwo auf dem gleichen Weg waren. Delfine, verschiedene Vögel und Schildkröten haben uns immer mal wieder eine Zeit begleitet. Besonderheit waren ein großer Wal in Begleitung eines Jungtiers, die uns in 20/30m Entfernung einmal umrundeten. Da macht man schon mal Gedanken, welche Folgen ein Zusammenstoß mit solchen Tieren haben könnte. Da wir sehr viel mit der Windsteueranlage segelten, war die Nachtwache eine angenehme Zeit, um den Gedanken freien Lauf zu lassen. Der tolle Sternenhimmel lies den Blick oft nach oben schweifen, ab Mitternacht könnte man sich nach dem über uns stehenden Orion richten und später war der auf der Deichsel stehende großen Wagen unser Wegweiser. Mit der sich einstellenden Wachroutine verliefen die Tage doch schneller als gedacht und Barbados kam in Sicht. Für die Atlantiküberquerung haben wir insgesamt 17 Tage benötigt, davon sind wir 3 heiße, sonnige, windlose Tage unter Maschine gelaufen. Mit unserem gebunkerten Essen- und Trinkvorrat waren wir reichlich ausgestattet. Vom Dieselvorrat hatten wir ca. 50% verbraucht, in dieser Hinsicht war also alles sicher gewesen. Beim Motoren blieb plötzlich die Seekühlwasserkühlung aus. Schnell hatten wir festgestellt, das der Impeller defekt war und diesen gewechselt. Beunruhigend war jedoch, dass der neu gewechselte Impeller bereits nach 40 Betriebsstunden wieder alle Gummilippen verloren hatte.

Nun in Brightown im Cruiserhafen wurde mit viel Bürokratie eingecheckt. Da gehen schnell mal 2 – 3 Stunden drauf! Aber wir nutzten gleichzeitig die Zeit, um Müll von Bord zu bringen, das Boot mit Frischwasser zu reinigen, den Trinkwasservorrat aufzufüllen und die Passatbesegelung „abzubauen“. Gut war, dass wir bereits jetzt festzustellen, dass beide Segel erst mal repariert werden mussten. So wurde der Sonntag (04.12.) vor Anker zum Reparaturtag mit Segel- und Sprayhoodnähen sowie versuchter aber erfolgloser Aussenborderinstandsetzung. Erst mit Unterstützung einer Fachkraft wurde festgestellt, dass der Übeltäter beim AB die Zündkerze war. Bei diversen Landgängen AUF Barbados haben wir nur nette Leute getroffen. Angelockt von der Musik konnten wir als Zaungast an einem Adventsgottesdienst teilnehmen. Der Glauben wird hier in der Karibik noch wirklich in der Gemeinschaft gelebt. Ansonsten hat uns dort jedoch nichts wirklich beeindruckt bzw. fasziniert. Einzig das Markttreiben und die vielen kleinen Verkaufsstände war ein interessanter Bereich. Auf Babados hatte alles wohl schon deutlich bessere Zeiten erlebt. So sollte es am 06.12. zeitig nach Tobago weiter gehen. Doch der Amtsschimmel forderte in drei verschiedenen Ämtern wieder einen Haufen von Formularen – alles die gleichen wie bei der Einreise. Dann endlich wieder Leinen los für die 120sm nach Charlotteville / Tobago. Anfangs noch angenehm wurde es in der Nacht ruppiger. Die Welle lief von achter unter der MILAN durch und ließ oft aus dem Ruder laufen. Doch die Reise war schnell, so dass wir bereits in den Morgenstunden die PIRAT BAY erreichten, wo wir bei 12m Wassertiefe mit 65m Ankerkette einen guten Ankergrund fanden. Bei starker Brandungswelle war das Anlanden mit dem Schlauchboot am Strand nicht gerade einfach. Es folgte wieder bei Immigration und beim Zoll der wahnsinnige Papierkrieg. Das muss wohl sein?!? Für Donnerstag den 08.12. hatten wir eine Regenwaldtour mit einem Taxi organisiert. Tobago ist wirklich eine grüne Insel. Die Flora und Fauna war toll. Von dem Wirbelsturm Flora, der in den Sechziger Jahren fast den gesamten Regenwald zerstörte, waren keine Spuren mehr zu erkennen. Wie der Name Regenwald schon eindeutig sagt, haben wir hier auch abends und nachts kräftige Schauer und Gewitter über uns ergehen lassen müssen. Aber auch die Ortschaften mit den gepflegten Gärten und interessanten unreglementierten Bebauungen haben uns beeindruckt.

Am Freitag den 08.12. nach Erledigung des Zoll und Imigration sowie Trinkwasserübernahme ging es an unserem niederländischen bekannten Tall Ship WILD SWAN mit Auslaufmusik vorbei zur Südspitze von Tobago in die Milford Bay vor Anker. Wieder erwartet uns Papierkrieg und der geplante Crewchange. Jörg und Markus steigen aus und Ines sowie Christian werden einsteigen

Überfahrt nach Barbados

Kurze Zwischeninfo zur Überfahrt (30.11.2016):

Momentan haben wir noch noch ca. 450 Seemeilen vor uns bis Barbados. Zwischenzeitlich schwächelte der Wind leider etwas. Derzeit ist es mit rund 32°C recht warm. Nach aktuellem Stand werden wir voraussichtlich am 04.Dezember in Barbados ankommen.

2016/10/30 – 11/16 Sonntag – Mittwoch Teneriffa – Sal – Boavista – Sal – Sao 930sm Ges. 3259sm

Vicente/Mindelo (Kapverden) ( sm ges. sm) Nach Erledigung der polizeilichen Abmeldung (man verlässt ja die EU) ging es mit südlichem Kurs auf die ca. 850sm lange Strecke Richtung den Kapverden. Eine Zeitlang hatten wir bis zu 3 begleitende Segelboote mit scheinbar gleichem Ziel. Ehe die Nacht hereinbrach, bekamen wir noch eine super Delfinshow mit ca. 30 Darstellern geboten. Oft düsten sie im Sechserfächer auf die MILAN zu und sprangen dabei auch komplett aus dem Wasser. Auch an den folgenden Tagen hatten wir immer wieder diese netten Begleiter. Der Wind wurde schwächer, wir holten deutlich zu unseren Vorausseglern auf, die dann leider zum Motoren übergingen und am Horizont verschwanden. In den Folgetagen kamen wir richtig in die Seeroutine – Dreiervierstundenwachsystem! Tagsüber brannte die Sonne, das Angeln war erfolglos, eine Schiffssichtung am Horizont war schon eine abwechslungsreiches Ereignis. Nachts wurden wir von einem beeindruckenden Sternenhimmel begleitet und unseren „Wasserbomben“?!? Das sind die nächtlichen phosphorizierenden Erscheinungen um unsere MILAN herum. Diese träten auf, wenn wir mal wieder von unseren Delfinen begleitet wurden und sie mit ihrem Flossenschlag das Plankton zum Leuchten bringen. Als Früchte der Nacht fanden wir morgens ab und zu fliegende Fische oder Tintenfische an Oberdeck. Andere Ereignisse auf diesem Schlag – wir haben unseren ersten Hai gesehen, der aber bald wieder verschwand. Heike kämpfte bei achterlichem Wind und Welle mit einem durchziehenden Squall. Am Sonntagnachmittag den 06.11. kamen endlich die Kapverden in Sicht – noch rund 40sm bis Palmeira und der Insel Sal. Am Montag den 07.11. um 01:00 Ortszeit fiel der Anker. Wenig später lief auch die SY Sturmschwalbe mit Jule und Jan ein. Zusammen haben wir dann Palmeira und den Nachbarort Espargos erkundet. Da der Amtsschimmel bei unserer Anmeldung sehr langsam war (es gab keine Anmeldevordrucke mehr) haben wir die Touristenhochburg von Sal – St. Maria – mit dem Sammeltaxi aufgesucht. Ja, die Uhren hier auf den Kapverden laufen doch deutlich anders. Aber um das kennen zu lernen sind wir ja hier hin gesegelt. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, führten wir noch einen kleiner Abstecher zur südlich liegende Nachbarinsel Boavista durch. Mit 7 bis 8kn ging es flott nach Süden, 3m Welle von fast achtern und raumer Wind sorgten für eine schnelle Reise. Die Sicht wurde schlechter und auch der Wind in unserer Ankerbucht nahm auf 14m/sek zu. Einen Landausflug mit dem Schlauchboot nach Sal Rei haben wir entsprechend gestrichen. Die Rückfahrt gegen Welle und Wind am nächsten Tag war dann doch ganz schön fordernd. Der Freitag war für die Crew ein Ruhetag, der Skipper nutzte die Zeit für notwendige Reparaturen und schließlich klang der Tag am Marktplatz von Espargos aus. Morgen wird Crewchange folgen, Heike verlässt uns und Markus sowie Jörg werden einsteigen, Peter wird drei Tage später in Mindelo die Crew komplettieren.

2016/10/03 – 29 Montag – Samstag

2016/10/03 – 29   Montag – Samstag

Madeira – Teneriffa   (266sm    ges. 2329sm)

Nun hieß es, sich ein wenig umzuorientieren. Lutz wollte mal mit richtig viel Platz ausschlafen, und hat sich ein kleines Zimmer in Funchal genommen und ich blieb natürlich an Bord. Solch eine Ruhe an Bord war ich bis dato nicht gewöhnt. Nach den vormittäglichen kleinen Reparatur-/Wartungsarbeiten haben wir dann zusammen den Rest des Tages Funchal erkundet. Am Dienstag hat Lutz dann seinen Flug nach Hause angetreten. Bis zu Doris Ankunft am Donnerstag hatte ich mal zwei Tage ganz für mich. Diese waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch schön.

Nun stand eine Woche Urlaub mit Doris an. Da wir viel von Madeira sehen wollten, hatten wir uns gleich einen Mietwagen für diese Zeit gebucht. Und den haben wir kräftig genutzt.

Doris hat noch diverse Ersatzteile mitgebracht, so dass ich auch den Autopiloten wieder reparieren könnte.

Über der bergigen Vulkaninsel standen die dicken Wolken, während es im Küstenbereich oft windstill war und die sonnige Hitze drückte. Einen richtigen Badestrand haben wir vergebens gesucht, aber dafür haben wir im Nordwesten, in Porto Moniz, die Vulkanbadebecken besucht. Gerade die schroffe bergige Landschaft lädt zum Wandern ein. Die sogenannten Levadawanderungen sind auf Madeira das Typische. Offene künstlich angelegte Wasserrinnen stellten zumindest früher die Wasserversorgung in den Küstenbereichen sicher, an denen auch Instandsetzungs- und heute auch Wanderwege entlangführen. Aber auch richtige anspruchsvolle Gebirgswanderungen, einschließlich Gratwanderung mit Tunneldurchführungen, werden auf der Insel geboten.

Da gleichzeitig Freunde aus Kosel in Funchal waren, haben wir diese Exkursionen teilweise gemeinsam unternommen.

Am Dienstag, den 18.10. kam Hans Christian als Crewverstärkung eingeflogen, der bis St. Lucia an Bord bleiben wird.

Hans Christians Ankunft und Doris Abschied haben wir bei Riccardo im O Avo gewürdigt, einem absolut gewöhnungsbedürftigen Restaurant und Wirt, wo wir sehr oft und gerne eingekehrt waren.

Am Donnerstag, den 20.10., Doris Abreisetag, haben wir noch schnell den Mietwagen zur Versorgungsfahrt genutzt und schon einen großen Schwung an Verpflegung für die nächsten sieben Wochen besorgt. Anschließend flog Doris am Nachmittag wieder nach Hause. Am kommenden Morgen standen noch letzte Einkäufe und das polizeiliches Abmelden an, bevor es dann endlich wieder auf See ging.

Der Wetterbericht hatte Wind aus West mit 2-3 Bft. vorausgesagt, jedoch ist die Realität oft anders. Die Windrichtung stimmte, allerdings mit einer Stärke von 5 bis 6 Bft.. Bei einem Grundkurs von 170 versprach dies eine nicht ganz ruhige, aber dafür schnelle Reise. Samstag mäßigte sich der Wind auf 4 Bft. und ging beim Erreichen der Nordostspitze von Teneriffa bei Sonnenaufgang am Sonntagmorgen schlagartig auf 1 Bft.  umlaufend herunter. Santa Cruz de Tenerife ist schon zum Greifen nahe, und wir haben eisern unter Segeln bis kurz vor dem Hafen durchgehalten.

Das Wetter – kühl und regnerisch – hatten wir uns hier ein wenig anders vorgestellt…

So haben wir erstmal einen kleinen Stadtrundgang unternommen und die Versorgungsmöglichkeiten erkundet. Wie geplant, liegen wir hier zusammen mit der SY Sturmschwalbe 53 von Jule und Jan Lürkens, die wir im Mai beim SCE in Eckernförde verabschiedet haben.

Ein richtiges stürmisches Wetter war angesagt, daher blieben wir fest im Hafen und hatten Zeit, alle kleine Arbeiten an Bord zu erledigen. Weiterhin stand das Ausrüsten für die nächsten 6 Wochen an, da auf den Kapverden nur Frischware nachgekauft werden soll. Berge von Verpflegung verschwand im Boot.

Auf Teneriffa haben wir auch diverse Ausflüge unternommen. Hier möchte ich besonders die Stadt La Laguna und den Nationalpark um den El Teide hervorheben. Die Auffahrt zur Spitze auf fast 3700m blieb uns leider auf Grund der Schnee- und Eislage versagt, aber wandern durch die großen, sehr unterschiedlichen Lavafelder war ebenfalls beeindruckend.

Heute nun, Samstag den 29.10., ist Heike angereist. Jetzt sind wir zu dritt, damit ist die Crew nun komplett und es wird Zeit, dass wir wieder zu neuen Zielen in See stechen. Die Kapverdischen Inseln rufen!

 

Muros – Bayona – Viana do Castelo – Porto – Lissabon – Funchal ( 694sm ges. 2038sm)

Muros – Bayona – Viana do Castelo – Porto – Lissabon – Funchal ( 694sm    ges. 2038sm)

Wie schon aus der Großwetterlage zu erkennen war, stand erst mal kein seglerischer Höhepunkt an. Wieder war es schwachwindig mit einer seitlichen Dünung von ca. 1,5 bis 2m. Das bedeutet nicht genug Druck in den Segeln bei der quer unter dem Schiff durchlaufenden Dünung – Die Folge ist ein hin- und herschlagen der Segel.

Da jetzt nur ein paar kurze Schläge geplant waren, hatte die SY PAULA  mit Dirk und Crew gute Chance uns bis Bayona, unserem letzten spanischen Hafen, einzuholen. Das Treffen haben wir dann auch durch einen intensiven (langen) Seglerinformationsaustausch genutzt.

Erster portugiesischer Hafen wurde auf Empfehlung von Lutz Viana do Castelo. Doch beim Einlaufen in den Rio Lima musste er feststellen, dass er hier doch noch nicht gewesen war. Der Yachthafen war fast komplett belegt, so dass wir an der Schwimmpier mit den anderen vier ausländischen Yachten am Fluss liegen blieben.

Die Stadt war überschaubar und hat einen schöne historische Altstadt. Schon beim Einlaufen fiel die hoch am Berg liegende große Kirche auf. Als Einziger unserer Crew habe ich mir die Basilika de Santa Luzia als Ziel genommen. Irgendwann auf dem Weg hoch habe ich nach 600 Stufen das Zählen aufgegeben. Die Basilika selbst was nicht so beeindruckend, jedoch die Aussicht hat dies wieder wett gemacht.

Der Beginn des nächsten Morgen verlief ein wenig durcheinander, denn nicht alle hatten die Umstellung auf portugiesische Zeit mitgemacht!

Weiter nach Porto ging es mal endlich wieder wie ein Segelboot! Genug Wind brachte den nötigen Druck in die Segel und trieb uns die portugiesische Küste entlang nach Süden und den Rio Douro hoch bis direkt vor die Marina in Porto.

Hier verließ uns Andres, der sich noch für ein paar Tage eine Unterkunft suchte. Seine Geschichten, der „Spatengang“ und „hat mir zugezwinkert“ werden uns fehlen!

Porto, mir bekannt schon aus diversen Besuchen, sind wir auf und ab durchstriffen. Das viele Treppensteigen und steile, kleinen Gassen waren dabei schon eine Herausforderung. Man fühlt sich in den nicht so touristisch besuchten Bereichen in eine andere Zeit zurück versetzt. Dass wir zum Abendessen in das alte Fischerdorf gleich neben unserem Hafen eintauchen konnten, tat unseren Füßen gut.

Noch 150sm bis Lissabon, die sollten mal wieder in einem Stück genommen werden! Wieder kaum Wind in Sicht, aber endlich sommerliche Temperaturen. Auch nachts ein super Sternenhimmel, da wir Neumond hatten. Am nächsten Morgen war dann schon Lissabon in greifbare Nähe.

Schon das Einlaufen am Freitag den 30.09. in den Rio Tejo nach Lissabon ist nicht mit Porto zu vergleichen. Hier ist alles weit – der Fluss breit und Lissabon weitläufig.

Unser Hafen Duce de Alcantara lag relativ günstig zur Stadt. So haben wir die Stadt gut zu Fuß erreichen können. In 2 Tagen waren es nur möglich, die großen Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Doris und Bernd hatten sich kurzfristig entschieden, vor dem längeren Schlag nach Madeira auszusteigen. Dies bedeutete, dass nur Lutz und ich weiter an Bord waren und die wachen für die nächsten ca. 530sm jetzt klar definiert gegangen werden müssen.

Bei diesem Törn war uns Neptun wohlgesonnen und hat uns auf fast der gesamten Strecke segelbaren Wind gegönnt – d.h. für uns große Entlastung, da die Rudergängeraufgaben  dann von Windpilot-Anlage übernommen wurden. 3m Dünung mit 1m aufgesetzter Welle ließ keinen erholsamen Schlaf zu, aber wir machten wenigstens Strecke!

Nach fast 1200sm Baden unserer Angelhaken hatten wir nun endlich Erfolg! Kurz hintereinander gingen 2 Goldmakrelen an den Haken und versprachen eine tolle Fischmahlzeit. Die 1,5Kg Fisch waren kaum zu bewältigen – ein Highlight auf einem längeren Segeltörn.

Was auch beeindruckend war, waren die Sichtverhältnisse! Schon in über 50sm Entfernung war Porto Santo zu sehen. In der Nacht an die Insel heransegelnd, habe ich immer wieder die Position kontrolliert, denn alles wirkte zum Greifen nahe. Auch Lutz hatte die außerordentlichen Sichtverhältnisse verunsichert.

Nun haben wir die MILAN für die nächsten 12 Tage in Funchal fest gemacht, Lutz wird hier aussteigen und nach Hause fliegen. So habe ich Zeit „maintenance“ der MILAN durchzuführen und dann folgt eine Woche Madeira-Urlaub mit Doris.

 

2016/09/18-24 Sonntag – Samstag Brest – La Coruna – Muxia – Muros (449sm; ges.: 1344sm)

Unser Partnerboot SY „PAULA“ hat Brest nicht wie geplant erreicht, ihren Crewchange in Cherbourg durchgeführt und will direkt nach Spanien durchsegeln.

So waren wir ungebunden – endlich geht es wieder weiter!

Die Windverhältnisse sollten laut Wetterbericht für die nächsten Tage günstig sein.

Noch dunkel und relativ kalt (11*C) ging es 2 1/2 Std. nach SpringHW und somit bis 11kn Fahrt über Grund in die Biskaya. Schon mal ein guter Anfang für die 350sm lange Strecke. Doch der Winddruck in den Segeln war so gering, dass die lange ca.  2m hohe Dünung die Segel hin und her schlugen, also Materialschonung und Segel runter. Die Maschine brummelte – das war nicht so geplant. Jede Chance wurde genutzt, die Segel zu setzen, leider aber immer nur von geringer Dauer. Diverse an Oberdeck gefundene Schrauben von der Spibaumschiene lassen auf ein neues Arbeitsgebiet schließen.

Begeisternde Abwechslung brachten die immer wieder auftauchenden und um unser Boot herumspielenden Delfinschwärme, aber auch die uns anfliegenden Seevögel. Verändernde Erscheinungen an der Wasseroberfläche waren oft Fischschwärme sowie der für uns unbekannte Mondfisch.

So blieb genug Zeit zum Angeln. Lutz Erfahrung kam voll zum Einsatz, aber außer dem zweifachen Verlust des Angelgeschirr brachte uns dies nichts ein.

Nach ca. 50 Std. auf See kamen die Küstenlinie bei La Coruna in Sicht. Und prompt stellte mal wieder der Autopilot seine Dienste ein.

Der Abend wurde in der belebten Altstadt von La Coruna verbracht.

Der folgende Tag, Mittwoch  war ein Hafentage, der mit Nebelhörner und Sicht von  weniger als 200 m uns begrüßte. Er war geprägt durch Instandsetzungen. Da keine Werft die Spi-Mastschiene kurzfristig befestigen konnte, wurden kurzerhand Zange und Nieten gekauft und selbst verarbeitet. Auch das Autopilot-Problem konnte erst mal kurzfristig bearbeitet werden.

Donnerstag ging es weiter gen Westen in den Hafen Muxia, etwas nördlich von Cape Finisterre, dem „Ende der Welt“, der ein eigentlich zum verweilen einlud. Aber noch war passender Wind angesagt, der uns nun weiter nach Süden bis nach Muros führte.

Hier haben wir einen Hafentag eingeplant, nicht weil wir Pause brauchten, sondern uns der Wetterbericht stürmischen Südwind mit kräftigen Regenschauern voraussagte.

Nicht nur wettermässig war diese Entscheidung richtig, auch der Ort hatte viel zu bieten – tolle Altstadt, gute Restaurants, freundliche Leute, viel Natur und endlich den erwarteten Fisch an Bord.

Manchmal verhilft der Zufall zu solchen Glücksgriffen.

Block Brest – Muros

Der Windpilot steuert zuverlässig.31

Lutz an unserer Angelvorrichtung. Noch hat er Hoffnung.32

Die Küstenlinie von Spanien ist erreicht.33.jpeg

Die Crew lässt es sich in Muxia gut gehen.34.jpeg

Kirche und Leuchtturm von Muxia.35

Alte Vorratsspeicher,  teilweise noch in der Nutzung.36.jpeg